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Kapitel
1
//Heut
ist wieder so ein Tag an dem ich gar nicht erst aufstehen sollte//, das war der
erste Gedanke der mir in den Sinn kam, als ich heute aufwachte.
Schließlich rang ich mich doch dazu
durch aufzustehen. Ich zog mir was an und lief dann schlecht gelaunt durch meine
Wohnung direkt in die Küche.
„Erst mal einen Kaffee“, seufzte ich
vor mich hin. Die Uhr am Herd zeigte an, dass ich schon wieder einmal viel zu spät
dran war, was mir eigentlich egal war, da heute als erste Stunde ja eh nur
Englisch auf dem Stundenplan stand.
In einer Seelenruhe ging ich nach meinem
Frühstück, dass nur aus einer Tasse Kaffee und einem leeren Stück Semmel
bestand, ins Bad um mich dann doch für die Schule herzurichten.
Nach 15 Minuten war ich fertig gestylt,
wenn man das so nennen kann. Mein Outfit bestand aus einer Hüftjeans, auf die
ich die Namen einiger meiner Lieblingsbands und meine Lieblingssprüche
geschmiert hatte, ein enges Shirt, das mit der Aufschrift Poison verziert war,
und zu guter Letzt zog ich noch meinen langen schwarzen Mantel an. Aber um es zu
komplettieren, hatte ich mich für meine schwarzen Stiefel entschieden.
So
machte ich mich in meinem Sportwagen auf zur Schule zu kommen.
Dort
angekommen parkte ich mein Auto direkt auf dem für mich reservierten Parkplatz
– ja so was hab ich – stieg aus und begab mich zu meinem Klassenzimmer. Von
draußen konnte man meinen Lehrer schon schreien hören. //Will ich da jetzt
wirklich reingehen *kurze Nachdenkpause einlege* nein will ich nicht aber ich muss//. Noch einmal
tiefeingeatmet und los gings. Ich holte meine schwarze Sonnenbrille aus meiner
Jackentasche und setzte sie auf, ergriff den Türknauf und öffnete die Tür.
Alle starrten mich an, doch ich blieb
ruhig und gelassen, was man von meinem Lehrer nicht sagen konnte er schnaubte
mich an was mir einfallen würde so spät zum Unterricht zu erscheinen. Davon
ließ ich mich nicht beirren und ging langsam an ihm vorbei zu meinem Platz.
Mein Lehrer meinte nur kurz, „wir
unterhalten uns naher noch“, dann drehte er sich um und ging wieder nach vorn
zur Tafel. „Herein“.
Die Tür ging auf und ein Junge stand
da. „Bin ich hier richtig, ich bin ...“.
Ich folgte den Ausführungen nicht
weiter und sah erst mal herum, was meine Freunde und Bekannten so alles machten.
Seto saß in der letzten Reihe – wie immer – und tippte auf seinem Notebook.
Yugi redete mit Jonouchi wobei sich Honda immer wieder ungefragt einmischte.
Anzu versuchte unauffällig Yugi zu beobachten – doch was soll ich sagen auffälliger
geht’s kaum.
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen
als ich auf einmal von meinem Lehrer vernehmen musste: „Ayana wird sich um
dich kümmern und dir alles zeigen“. //Ich werde was – sonst geht’s noch für
so was hab ich keine Zeit//. Ich wollte gerade widersprechen als er meinte:
„Dass ist die Strafe, dass du zu spät kamst“. „Pfff....“ „Haben Sie
was gesagt Miss Kyolos?“ „Ja das hab ich. Glauben Sie ich hätte nicht schon
genug zu tun.“ „Keine Widerrede.“ Der Neue setzte sich neben mich. „Und
nehmen Sie endlich ihre Sonnenbrille ab“, kam es mir dann noch scharf
entgegen.
Meine Laune verbesserte sich dadurch
keineswegs. //Ich hätte heute wirklich im Bett bleiben sollen//. Seto schien
sich darüber sehr zu amüsieren. Er ließ mir einen Zettel zukommen in dem
Stand: Herzlichen Glückwunsch zu deiner neuen Aufgabe. Postwendend ging der
Zettel zu ihm zurück, mit meiner Antwort die lautete: Ach, das ist kein
Problem, ich krieg alle Arbeiten hin trotz der neuen Aufgabe, aber mir ist zu
Ohren gekommen, dass du mit deinen Geschäften nicht so gut klar kommst, musst
nur Fragen dann helfe ich dir auch noch ;)
Das
gefiel ihm weniger, was er durch ein schnauben zum Ausdruck brachte.
Vielleicht sollte ich mich mal genau vorstellen:
Ich
bin Ayana Kyolos – eigentlich heiße ich Ayana Yvonne Sakura Kyolos, meine
Eltern sind sehr kulturell interessiert und reisen viel und aus diesem Grund
haben sie mir die vielen verschiedenen Namen gegeben.
Ich bin die Chefin der größten
Computerdesignfirma Amerikas – Dragon & Tiger Inc.
Mein Aussehen: silberblonde lange Haare,
blaugrüne Augen, 1,68 groß
Ich bin jetzt 18 Jahre alt.
Ich
wohne allerdings, schon seit ich klein bin, in Domino - abgesehen von den vielen
Reisen die ich zusammen mit meinen Eltern unternommen habe - und habe die Firma
vor 2 Jahren übernommen.
Außer die Firma zu Leiten, habe ich
noch einige andere Sachen, die meine Zeit voll und ganz in Anspruch nehmen: ich
singe in einer Band – Poison Dragon, der Name entstand in Anlehnung an meine
Firma - und spiele ab und zu in Filmen mit.
Meine
Firma ist auf dem besten Weg Setos Firma hier in Japan abzulösen und dass ist
der Grund, warum Seto und ich uns auch nicht so besonders gut leiden können.
Bei ihm geht es immer nur ums Geschäft,
was ganz im Gegensatz zu meinen Interessen steht. Ich finde, dass Freizeit und
Reisen viel wichtiger sind als dauernd nur an die Firma zu denken.
Jetzt
weiter im Text.
Setos
Blick hätte die Luft gefrieren lassen können, was mich wieder in eine bessere
Stimmung versetzte, denn ich hatte es wiedereinmal geschafft.
Ich wandte mich wieder nach vorn und
bemerkte das der neue mich anstarrte. „Brauchst du irgendwas?“ fragte ich
ihn leicht musternd. //hmmm... der sieht ja mal gar nicht so schlecht aus//.
„Nein ich brauche nichts“, meinte er nur kurz. Ich hielt ihm meine Hand hin.
„Ayana schön dich kennen zu lernen.“ Er lächelte mich an. „Malik sehr
angenehm.“
„Ayana!“ schrie unser Lehrer von
vorn, „hör auf zu reden und pass lieber auf.“ „Ist ja schon gut, aber ich
kann Englisch doch schon also haben Sie sich mal nicht so.“ Jeder im Raum
konnte spüren das er gleich seine Geduld verlieren würde. Doch bevor er mir
noch irgendwas sagte läutete die Glocke zum Stundenwechsel. „Für heute lass
ich es gut sein aber nächste Stunde bekommst du noch eine richtige Strafe von
mir,“ war das letzte was er während er seine Tasche packte und aus dem
Klassenraum verschwand sagte. //Das werden wir ja sehen//, grinste ich in mich
rein.
„So,“ mich wieder Malik zuwendend,
„wo waren wir gerade, ach ja, genau...
ich wollte dich fragen was ich dir denn hier so zeigen soll.“ „Am
besten alles meine Schwester und ich sind gerade erst hierher gezogen und ich
kenn hier noch niemanden.“ „Ok ich verstehe. Dann stell ich dir erst mal
hier alle vor. Also, der da mit den lila Haaren und den gelben Strähnen ist
Yugi, der Blonde daneben ist Jonouchi und dahinter sitzt Honda. In der ersten
Reihe das Mädchen mit den braunen Haaren ist Anzu und ganz hinten der mit dem
Notebook das ist Seto Kaiba. Das sind die wichtigsten die du kennen musst.“
„Das sind aber doch nicht etwa der Yugi und der Seto Kaiba?“ fragte Malik
ungläubig. „Doch genau die sind es.“
„Achtung eine Durchsage, die
Schüler der Klasse 11C begeben sich jetzt bitte in die Sporthalle,“ ertönte
es aus den Lautsprechern.
Ein stöhnen ging durch die Klasse, denn
wer hätte es gedacht die Klasse 11C war unsere Klasse.
Als wir uns in der Sporthalle
eingefunden hatten, wurde uns mitgeteilt das wir alles für den Frühlingsball
organisieren sollten.
„Ayana würdest du bitte die Organisation zusammen mit Seto Kaiba übernehmen?“
fragte unser Herr Direktor mehr rhetorisch als ernst. //Noch eine Aufgabe die
ich nur unter Zwang tue und dann noch mit Seto// „Ja gern Herr Direktor,“
erwiderte ich. Setos Gesicht sprach Bände, wie gern er es machen wollte, doch
auch er nickte nur zustimmend.
„Gut dann verteilt die Aufgaben, wenn
ihr etwas von mir braucht ich bin in meinem Büro,“ sagte er und wollte gerade
gehen als ich ihn schon mit den ersten Fragen nervte: „Herr Direktor wo
bekomme ich die Grundrisse dieser Aula her und wann findet der Ball überhaupt
statt.“ //In Sachen Planung bin nun einmal echt in meinem Element//.
„Ich
werde Ihnen alle wichtigen Informationen gleich raussuchen lassen,“ schon war
er weg.
„Ok,
dann wollen wir mal anfangen. Yugi, Jonouchi, Honda ihr werdet euch um das essen
kümmern aber ich will, dass ihr mir ne Kostenaufstellung macht. Anzu du und die
anderen Mädchen ihr werdet euch Gedanken über die Dekoration machen. Der Rest
wird dann beim Aufbau benötigt,“ bestimmte ich. „Ähm hast du nicht was
vergessen?,“ sagte auf einmal eine Stimme hinter mir. „Ach ja, das
wichtigste,“ ich drehte mich um, „Seto du kannst dich voll und ganz um deine
Firma kümmern, die Organisation überlass mal ganz mir. Ich will ja nicht das
deine Firma den Bach runtergeht.“ Seine Augenbraue zuckte verdächtig. Dann
schloss er die Augen und öffnete sie gleich wieder um mich mit einem
vernichtenden Blick zu strafen. Mir fiel nichts besseres ein als ihn
anzugrinsen, es war auch zu komisch. „Ein Kaiba erfüllt die ihm übertragenen
Aufgaben immer selbst und gibt sie nicht an zweitklassige Personen ab.“
„Bitte, dann geh ich halt im Pool schwimmen und du organisierst die Feier,
gegen Freizeit und Spaß hab ich noch nie was gehabt,“ grinste ich ihn frech
an, was ihn nur noch mehr in Rage versetzte.
Neben
mir räusperte sich jemand. Ich drehte meinen Kopf in dessen Richtung. „Oh
stimmt ja, dich hab ich ja ganz vergessen Malik. Ich zeig dir jetzt alles,“
mich dann wieder an Seto wendend, „also wir sehn uns und arbeite nicht zu viel
das macht Falten.“ „Ich komme heut um 8 zu dir,“ konnte ich nur von Seto
vernehmen als ich schon am Gehen war. „Da bin ich aber nicht zu Hause Seto,“
rief ich ihm zu und war raus zur Tür verschwunden.
Malik und ich befanden uns gerade
auf dem Schulhof als Seto auf uns zu kam. „Was meinst du mit du bist nicht zu
Hause, du hast dazusein, wenn ich komme.“ „Hallo, Erde an Seto, ich hab ein
eigenes Leben, meins das besteht nicht nur aus Schule gehen und dann für die
Firma leben. Nein, ich geh heute weg. Also werd ich vor Mitternacht nicht zu
Hause sein. Find dich damit ab, das nicht alles nach deiner Pfeife tanzt.“
„Dann komm ich eben mit,“ meinte er nur trocken. „Wie meinen, was will ich
mit dir, wenn ich weggehe, nichts gegen dich aber du bist einfach nicht cool
genug.“ //Und ich will meine Zeit auch gar nicht mit dir verbringen// Er
knurrte mich an. „Wie wär’s mit Morgen da halt ich einen Termin für dich
frei, Seto. Um was geht’s denn überhaupt.“ „Um den Ball.“ „Es ist
doch schon alles eingeteilt.“ „Wenn ich für die Organisation eingeteilt bin
dann wird das nicht irgendein Ball.“ „Das hatte ich befürchtet.“ „Ich
hab noch eine bessere Idee als Morgen.“ //Wie schnell der das Thema wechseln
kann erschreckend// „So in bezug auf was“ „Ich begleite dich jetzt
gleich.“ Meine Augen weiteten sich, als ich das hörte. „Jetzt?“ //Bitte
nicht// „Das geht nicht ich muss Malik die Stadt zeigen und dann hab ich noch
viel für heut Abend herzurichten.“ Ich wollte gerade gehen als er sagte:
„Das stört mich nicht.“ „Mich aber...,“ murmelte ich vor mich hin.
„Hast du was gesagt?“ „Nein, nein schon gut,“ antwortete ich gelangweilt
und ging zu meinem Auto.
Die
beiden staunten nicht schlecht als sie meinen Sportwagen näher betrachteten und
stiegen ein. Ich schnallte mich an und lies den Motor an, parkte aus und schon
befanden wir uns auf der Autobahn. „Malik gibt es irgendwas was du gern sehen
willst.“ „Hmmm... deine Firma.“ „Wir können auch zur Kaiba Corperation
fahren.“ „Halt die Klappe Seto keiner redet mit dir.“ „Sei vorsichtig
wie du mit mir redest, sonst...“ „Sonst was... stellst du mich bei dir ein,
damit ich deine Firma rette. Ne danke ich verzichte.“ //Wieder ein Punkt für
mich//. Die restliche Fahrt zu meiner Firma war widererwartend still.
Kurz
vor der Straße die zu meiner Firma führte bog ich rechts ab und bei der nächsten
Gelegenheit links. So gelangten wir in die private Tiefgarage meiner Firma.
Ich
parkte direkt neben dem Aufzug und stieg aus, zupfte meinen Mantel zurecht und
setzte meine Sonnenbrille wieder auf. Zu den anderen gewandt sagte ich nur kurz
und knapp: „Kommt.“
So fuhren wir ohne ein Wort zu wechseln in mein Büro das sich über die oberste
Etage erstrecke. Dort angekommen kam mir Jessy entgegen – meine Schwester, die
nebenbei den Papierkram erledigte. „Ayana ich hab dich heute gar nicht
erwartet.“ „Ich wollte ja auch gar nicht kommen aber ich zeige meinem neuen
Mitschüler die Firma,“ grinste ich sie an. Sie musterte die beiden hinter mir
stehenden und flüsterte mir dann ins Ohr: „Ist das nicht Seto Kaiba der da
hinter dir steht?“ „Ja genau der.“ Sie wurde ganz hibbelig. Ich rollte nur
mit den Augen und schnappte mir dann Malik um ihm die Firma zu zeigen, während
sich meine Schwester einen schönen Nachmittag mit Seto machen sollte, was ihm
nicht so gefiel. Er kam mir und Malik nämlich mit schnellen Schritten
hinterher. „Warte mal Ayana.“ „Sie wünschen Herr Kaiba?“ Ich wurde mit
Blicken getötet. „Die Firma ansehen.“ „Das hab ich nur Malik angeboten.
Meine Schwester würde sich sicher gern um dich kümmern Seto.“ Hinter Seto
sah ich meine Schwester wie sie schon im 7. Himmel schwebte. //Wie kann man sich
nur wegen dem so aufführen//.
„Gut dann gehen wir jetzt die
Planung der Feier durch,“ kam es von Seto. „Denk dir mal ein Motto aus das
nicht nur dich zufrieden stellt!“ //Damit sollte er ne Weile beschäftigt
sein//. „Duel Monster!“ „Sagte ich nicht gerade, mit dem nicht nur du
zufrieden bist!“ entgegnete ich ihm etwas lauter als von mir gewohnt,
„Schwesterherz, kannst du mir bitte einen Kaffee bringen.“ Meine Geduld
wurde heute schon überstrapaziert. Ich rieb mir die Schläfen und lief zu
meinem Bürosessel. Malik und Seto blieben immer in meiner Nähe. „Hier bitte
dein Kaffee,“ mit diesen Worten erhielt ich ihn und nahm gleich einen kräftigen
Schluck. „Danke.“
Nun
wendete ich mich wieder Setos Ideen zu, die mir so gar nicht brauchbar
erschienen. „Malik was sagst du denn dazu,“ unterbrach ich Setos Ausführung
und wurde sofort wieder mit finsteren Blicken bedacht. „Ich weiß nicht....
wie wäre es mit einem Maskenball.“ „Endlich mal eine brauchbare Idee,“
lobte ich Malik und das einzige was ich von Seto bekam war ein Stoß in die
Rippen. „Danke Seto.“ Wenn Blicke hätten töten können, dann wäre er
jetzt tausend Tode gestorben.
//Dann
brauch ich nur noch ein Kleid und einen Tanzpartner – sollte kein Problem sein
beides bis in vier Wochen zu bekommen//. Seto wedelte mit seiner Hand vor meinem
Gesicht herum. „Ayana bist du noch irgendwo da drin anwesend.“ „Nö, was
willst du denn.“ „Da wir das ohne meine Einwilligung anscheinend beschlossen
haben, entscheide ich jetzt das du mit mir zum Ball gehst.“ „Das kannst du
gleich knicken.“ „Das werden wir noch sehen,“ grinste er mich siegessicher
an. „Ich finde ihr beiden seid ein echt hübsches Paar,“ vernahm ich von
Malik. „Aber sonst geht’s dir noch gut oder?“ //Ich und Seto, ne ne ne ne
das geht ja schon mal gar nicht, mit so einem Arbeitstier kann ich nicht meine
Zeit vergeuden außerdem ist er rein Gefühltechnik auf der Höhe eines
Eisblocks anzusiedeln//. Mich schüttelte es gleich bei dem Gedanken. Doch Seto
schien das sogar sehr zu genießen.
Ich stand auf und ging in den
Nebenraum, knallte die Tür zu und lehnte mich gegen diese. //Ich verlier die
Kontrolle, dass darf nicht passieren//. Es klopfte. „Geht’s dir gut,“ hörte
ich meine Schwester. „Ja, mach dir keine Sorgen,“ mit diesen Worten öffnete
ich die Tür wieder. Zu Seto und Malik gewandt meinte ich nur: „Kommt mit ich
zeig euch die Firma.“ //Dann schmeiß ich euch raus und hab endlich meine
Ruhe//. Die beiden schienen etwas irritiert zu sein, folgten mir aber schließlich.
Nach einer weiteren Stunde mit den Beiden war die Führung zu Ende. „Ich fahr
euch noch heim,“ jegliche Lust aufs Ausgehen heute war mir vergangen. Setos blödes
grinsen nicht beachtend steuerte ich die Tiefgarage an. Ich stieg ein und so
taten es die andren mir gleich.
Ich
fuhr los. „Malik gib mir mal die CD ausm Handschuhfach,“ befahl ich. Er
kramte kurz herum und gab mir schließlich die CD. Ich beförderte diese in das
Slot-in Laufwerk und die Musik begann aus den Boxen zu dröhnen. //Tut das
gut//, ging es mir durch den Kopf. „Was ist das für eine Band?“ fragte
Malik auf einmal. „Good Charlotte,“ antwortete ich knapp. Seto murmelte
irgendwas vor sich hin. //Ahhhh anscheinend mag er diese Art von Musik nicht,
muss ich mir merken//, grinste ich vor mich hin und begann mitzusingen, was mir
nur einbrachte das meine Mitfahrer mich anstarrten. „Warum starrt ihr mich
jetzt so an?“ fragte ich genervt. „Ich gebe es ja nur ungern zu aber du
singst wirklich ausgezeichnet“ //Hatte Seto das wirklich gerade von sich
gegeben?// Malik nickte nur zustimmend. Ich fing an zu lachen – worauf mich
die Beiden nur noch mehr anstarrten. „Was ist denn so komisch?“ kam es
wieder von hinten. „Weißt du Seto ich habe eigentlich gedacht, dass du dich
über deine Konkurrenz informierst, dann wäre dir aufgefallen, dass ich nicht
nur die Firma leite sondern auch noch einige andere Optionen mir offen halte.
Ich bin die Sängerin von Poison Dragon, des weiteren bin ich auch noch als
Schauspielerin tätig, allerdings nicht so häufig,“ führte ich aus. Auf
Setos Lippen zeichnete sich schon wieder so merkwürdiges lächeln ab. //Ich würde
nur zu gern wissen was er denkt// „Malik, wo wohnst du überhaupt?“ fiel es
mir reichlich spät ein. „Hier ganz in der Nähe. Da vorn müssen wir rechts
abfahren und dann dauert es vielleicht noch 5 Minuten.“ Ich nickte kurz und
bog ab.
An
Malik Haus ließ ich ihn aussteigen. „Wir sehen uns morgen,“ verabschiedete
ich mich. Ehe ich mich versah hatte sich Seto von hinten nach vor gesetzt.
//Einen noch und dann hab ich endlich Zeit für mich// „Dann bring ich jetzt
noch dich Heim“ „Schaffst du es allein meine Villa zu finden oder soll ich
dir Anweisungen geben?“ Augenrollend antwortete ich: „Vertrau mir ich weiß
wie ich zu deiner Villa komme.“ „Ach ja?“ mit hochgezogener Augenbraue sah
er mich an. „Ja, meine Freundin wohnt genau neben dir.“ „Ach so.“ //Hab
ich da grad Enttäuschung in seiner Stimme vernommen, nein Ayana, das bildest du
dir alles nur ein//
Ich
startete meinen Sportwagen wieder und fuhr los. Die Fahrt wurde sehr still, wenn
nicht sogar bedrückend still.
Auf
einmal stand ich vor dem Tor der Kaiba Villa. Sie wurde geöffnet und ich fuhr
direkt vors Haus um Seto aussteigen zu lassen und dann wieder nach Hause zu
fahren, doch es kam ganz anders. „Kommst du noch mit rein?“ „Nein danke
Seto ich muss nach Hause.“ Er drehte meinen Schlüssel und zog ihn. „Was
soll das werden?“ „Wenn du ihn wiederhaben willst dann komm mit rein.“
„Lass diese Spielchen!“ Er stieg aus und die Tür wurde ihm geöffnet als er
die Treppen hinaufgestiegen war. Ich saß noch im Auto und wusste nicht recht ob
ich jetzt ihm folgen und meinen Schlüssel holen oder mein Auto einfach
Kurzschließen sollte. //Was hat er jetzt schon wieder vor// Weil ich mein Auto
nicht beschädigen wollte, stieg ich aus und ging wie Seto zuvor die Treppe
hinauf. Er stand noch am Eingang und grinste mich überlegen und siegessicher
an. „Schlüssel!“ „Nicht so schnell.“ Schon war er im Haus verschwunden
und ich hinterher. „Seto Kaiba, ich will meinen Schlüssel und ich will ihn
jetzt!“ „Weißt du eigentlich das du total süß aussiehst, wenn du sauer
bist.“ //Was hat er da grad gesagt// Er lief durch das gesamte Haus und ich
folgte ihm eher unbewusst. Wir kamen schließlich im 2. Stock des Gebäudes an.
Er lief ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen schnurstracks auf ein
Zimmer am Ende des Ganges zu und verschwand darin. Als ich es erreicht hatte
staunte ich nicht schlecht. Es war sein Arbeits- und Schlafzimmer. //Was wollen
wir denn hier// Er hatte sich an seinen Schreibtisch gesetzt und startete einen
seiner Computer. „Komm
her, Ayana.“ „Bin ich dein
Haustier oder was?“ Er sah kurz vom Bildschirm auf und da war es wieder dieses
grinsen. „Amüsanter Gedankte.“ //Gleich knall ich ihm eine// „Ich möchte
dir etwas zeigen.“ „Und was?“ „Ich habe vor ein neues Spiel auf den
Markt zu bringen und ich brauche dich dazu.“ Das machte mich dann doch sehr
neugierig und ich begab mich zu ihm und schaute auf den Monitor. „Für was
brauchst du mich genau?“ „Deine Firma ist führend, wenn es um
Charakterdesign und Animationen geht. Ich wollte dich fragen, ob deine Firma,
die Charaktere für mein Spiel entwerfen würde? Ihr werdet selbstverständlich
eine angemessene Entlohnung und Gewinnbeteiligung erhalten. Was sagst du?“
„Hier und jetzt werde ich das nicht entscheiden. Lass mir genauere
Informationen und deine Vorstellungen zukommen dann können wir drüber reden.
Grundsätzlich bin ich nicht abgeneigt mit dir Geschäfte zu machen.“ „Gut
ich werde dann alles in die Wege leiten. Ach ja hier...“ Er gab mir meinen
Autoschlüssel. „Bis morgen in der Schule Seto.“ Ich wollte gerade gehen als
er meinen Arm ergriff und mich noch mal zu sich drehte. Er wollte irgendwas
sagen, ließ es aber dann doch sein und lockerte seinen Griff. Etwas verwundert
sah ich ihn an, drehte mich dann um und verlies sein Zimmer in Richtung Ausgang.
„Bis morgen,“ konnte ich ihn noch kurz sagen hören, bevor ich die Treppe
erreichte und auf meinem Weg zur Tür war. Ein kleiner Junge mit schwarzen
Haaren kam mir entgegen. //Das muss sein Bruder sein// Ich lächelte ihm kurz zu
und er erwiderte das Lächeln. //Ist der süß// Ich lief an ihm vorbei und
erreichte die Tür. Sie wurde mir geöffnet und ich ging hinaus, setzte mich in
mein Auto, ließ es an und fuhr ohne mich noch einmal umzudrehen weg.
Zu
Hause angekommen nahm ich erst mal ein heißes Bad. Ich war gerade dabei mich
richtig zu entspannen da klingelte mein Telefon. „Hallo?“ „Wo bleibst du
denn Ayana? Wir wollten doch ausgehen…,” hörte ich Jessy sagen, sie ist die
zweite Liedsängerin von Poison Dragon und meine Cousine. „Jessy, ja wir
wollten ausgehen, doch ich bin erst vor 15 Minuten nach Hause gekommen und bade
gerade. Ich hatte vor noch ne weile im Wasser zu bleiben und dann so gegen 9 bei
euch aufzukreuzen.“ „Na gut aber du musst mir dann unbedingt erzählen warum
du so spät nach Hause gekommen bist. Ich warte bei Trish. Wir sehn uns dann um
9 Uhr,“ sagte sie und legte auf. Ich legte mein schnurloses Telefon weg und
machte die Augen zu.
9
Uhr bei Trish.
Ich
fuhr vor und stieg aus. Alle standen schon da und warteten offensichtlich auf
mich. „Hey Jessy.“ „Ayana schön das du endlich da bist.“ „Weißt du
wo wir heute hingehen Ayana?“ grinste Jenny, Jessys Zwillingsschwester und
unsere Gitarristin mich an. „Nein, aber du wirst es mir sicher gleich sagen,
da bin ich mir sicher.“ „Wir gehen ins Paradies,“ jubelte Sarah, Jessys
und Jennys kleine Schwester und Bassspielerin. „Was?! Warum?“ gab ich verständnislos
zurück. „Wir wissen das du Seto nicht unbedingt toll findest aber in Sachen
Geschäft hat er wirklich Ahnung,“ wollte Phoebe mich anscheinend überzeugen,
sie ist ebenfalls Mitglied von Poison Dragon und ist unsere Drumerin. „Hab
dich nicht so das wird sicher lustig und Seto wird dir schon nicht begegnen,“
mischte sich nun auch Natasha ein. „Bleib mir etwas anderes übrig?“
„Nein,“ kam es einstimmig zurück. Wir teilten uns auf die Autos auf und
fuhren zum Paradies.
Da
waren wir nun im Paradies. Dem In-Club der Stadt. Alle wichtigen Leute waren da.
Wir steuerten die Bar an um uns was zu trinken zu holen. Jeder von uns bestellte
seinen Lieblingsdrink. Ich hatte einen Martini. Als alle ihre Drinks bekommen
hatten suchten wir uns einen Sitzplatz und redeten erst mal. Unsere Drinks waren
ziemlich schnell geleert und die Tanzfläche wurde von uns gestürmt. Phoebe
machte mich nach einigen Minuten darauf aufmerksam, dass ich von Seto angestarrt
wurde. //Was er ist hier?// Ich versuchte es zu ignorieren und meinen Spaß zu
haben. Nach 3 Stunden durchtanzen brauchte ich noch mal was zu trinken. Jenny
begleitete mich und wir bestellten uns zwei Barcadi Breezer Orange. Jenny wurde
von einem echt süß aussehenden Typen angesprochen und war kurz daraufhin
verschwunden. So nun stand ich mutterseelenallein da. „Na haben sie dich
allein gelassen?“ erklang eine mir wohlbekannte Stimme hinter mir. Ich drehte
mich um und sah direkt in seine eisblauen Augen. „Sieht wohl so aus und was
treibt dich hier her?“ „Das hier ist mein Club!“ „Ja das weiß ich, aber
du bist doch nicht der Nächte durchfeiernde Typ oder irre ich mich da?“ Ein
selbstsicheres lächeln aufsetzend meinte er: „Nein bin ich nicht, aber ich
hatte gehofft, dass du heute hier sein würdest.“ „Ach wirklich und wer hat
dir gesagt, dass wir heute ausgerechnet hierher kommen würden.“ //Ich kann
mir schon denken wer es war// „Phoebe oder viel mehr ihre Schwester.“ „Ich
vergaß, sie ist ja deine Sekretärin. So ich muss dann auch wieder.“ „Wohin
willst du denn deine Freundinnen sind alle schon gegangen.“ //Wie bitte//
„Woher weißt du das so genau?“ „Ich habe überall meine Informanten.“
„Dann werd ich mich jetzt auch auf den Weg machen.“ Ich trank meinen Barcadi
leer und dreht mich in Richtung Ausgang, als er mich am Arm packte und mir immer
näher kam. „Du brauchst doch noch nicht zu gehen,“ flüsterte er mir ins
Ohr. Mir lief ein Schauer über den Rücken. „Komm mit ich muss dir was
zeigen,“ keinen Widerspruch duldend zog er mich in den hinteren Teil des Clubs.
Er
öffnete eine Tür und ließ mich zuerst eintreten. Ich setzte mich auf das Sofa
das direkt vor mir stand. „Und jetzt?“ ich spürte wie der Alkohol mir die
Sinne vernebelte. „Ich habe alles vorbereitet um unser Geschäft unter Dach
und Fach zu bringen.“ „Du erwartest doch nicht von mir, dass ich jetzt und
hier deinen Vertrag unterschreiben werde oder?“ „Doch das wirst du tun!“
„Nein, mit Sicherheit nicht! Meine Anwälte werden den Vertrag erst prüfen.“
Er übergab mir den Vertrag und setze sich mir gegenüber und starrte mich an.
„Seto kannst du das bitte unterlassen,“ bemerkte ich während ich den
Vertrag überflog. Ich bekam keine Antwort, jedoch reichte er mir ein Glas
Champagner. „Wofür ist der denn?“ „Wir feiern unseren Geschäftsdeal!“
„Du weißt doch noch gar nicht ob ich unterschreibe.“ „Das wirst du,
verlass dich darauf!“ „Sei dir da mal nicht so sicher,“ einen Schluck
nehme. Seto setze seinen eiskalten Blick auf was mich sehr amüsierte. Das fand
er gar nicht witzig, doch da ich sowieso schon zuviel Alkohol intus hatte war
mir alles egal. Ich stand auf und ging zur Tür. „Du wirst von mir in den nächsten
Tagen hören.“ „Wo willst du jetzt hin deine Freundinnen sind alle weg, du
kommst jetzt nicht nach Hause.“ „Schon mal was von Taxis gehört, ich werde
mir einfach eins rufen.“ „Nein, das kann ich als Gentleman nicht zulassen
ich werde dich nach Hause fahren.“ //Guter Witz er und ein Gentleman mal was
ganz neues// Er erhob sich und lief hinter mir her. Mal zu Abwechslung sagte ich
nichts zu seiner Aussage, sondern ließ ihn einfach mal machen. So ergriff er
meine Hand und führte mich durch den Backstagebereich zur Tiefgarage bis zu
seinem Auto. Er hielt mir die Türe auf und ich setzte mich hinein. Er stieg ein
und fuhr los. Die Fahrt über waren wir beide nicht gerade kommunikativ so dass
ich nach kurzer Zeit einschlief.
Ich erwachte erst wieder an nächsten
Morgen. Der Raum in dem ich war und das Bett in dem ich gerade lag kamen mir überhaupt
nicht bekannt vor. //Wo bin ich denn hier? Erinnere dich was ist gestern noch
alles passiert nachdem Seto dich nach Hause fahren wollte – Seto ja klar das
muss es sein, ich muss bei ihm sein// An mir herunter sehend bemerkte ich, dass
ich nicht mehr die Kleider trug die ich gestern angehabt hatte. Nein ich hatte
jetzt ein T-Shirt und ein Boxershort an. Etwas im Raum herum blickend entdecke
ich meine Sachen, sie lagen auf einem Stuhl neben dem Bett. Ich ließ meinen
Blick weiter durch den Raum wandern, doch Seto konnte ich nirgends erblicken.
„Bist du endlich aufgewacht,“ hörte ich ihn sagen. Ich drehte mich schnell
und da stand er an den Türrahmen gelehnt, der zu seinem Badezimmer führte, er
hatte nichts weiter an als ein Handtuch. „Scheint so. Sag mal warum bin ich überhaupt
hier bei dir und dann noch in deinem Bett?“ „Ich wollte dich nach Hause
bringen, doch du warst schon eingeschlafen. Da ich nicht wusste, wo du wohnst
und ich dich nicht aufwecken wollte, hielt ich es für das Beste dich mit zu mir
zu nehmen.“
Kapitel 2
“Und
wie bin ich aus meinen Sachen gekommen?” „Na wie wohl, ich hab sie dir
ausgezogen, du kannst fragen stellen.“ //Er hat wasssss?// „Du hast was?“
„Na dich ausgezogen. Deine Sachen waren viel zu unbequem zum schlafen und du
siehst auch nicht anderes aus als andere Frauen.“ „Fehlt nur noch, dass du
mir jetzt noch sagst, dass du direkt neben mir in diesem Bett geschlafen
hast.“ „Hab ich auch.“ Er sah mich verständnislos an und grinste.
//Dieser.... grrrrr// Ich versuchte von Thema abzulenken. „Wie spät ist es?
Wir kommen zu spät zum Unterricht.“ „Ich hab uns entschuldigt,“ meinte er
beiläufig als er durch den Raum zu seinem Kleiderschrank ging und diesen öffnete.
Das Handtuch fiel zu Boden und ich hatte eine ausgezeichnete Aussicht auf seinen
Hintern //Nicht schlecht// grinste ich. „Na gefällt dir was du siehst,“
sagte er auf einmal.
Da
merkte ich, dass ich ihn angestarrt hatte. „Naja, ganz ok,“ sagte ich etwas
abwertend. „Na gegen deinen süßen Hintern komm ich nicht an schon klar,“
gab er zurück. Augenrollend stand ich auf, nahm meine Sachen und verließ sein
Zimmer.
Entweder
ihn interessierte es nicht oder er hatte es noch nicht bemerkt, denn er sagte
gar nichts. So ging ich in meinem derzeitigen Aufzug die große Treppe runter.
Seine Angestellten sahen mich komisch an. //Noch nie ne Frau im T-Shirt gesehen
was//
Ich
kramte in meiner Tasche um mein Handy zu finden. //Da ist es ja// Ich wählte
gerade als jemand mir das Handy von hinten aus der Hand nahm. „Hey,“ ich war
sauer, drehte mich und wer stand da wohl vor mir. „Wo willst du denn jetzt
hin? Und vor allem in diesem Aufzug?“ „Nach Hause.“ „Nein, nein du
bleibst jetzt erst mal hier. Wir haben zu arbeiten. Und wenn mein Zimmermädchen
dir gleich was zum Anziehen bringt dann wirst du es anziehen ist das klar,“
befahl er mir und bedachte mich mit einem finsteren Blick. //Hab ich mich grad
verhört? Was er für nenn Ton drauf hat. Und zu allem Überfluss werde ich hier
gefangen gehalten// Ich knurrte. „Hör auf zu knurren sonst sperr ich dich in
den Zwinger zu den Hunden.“ „Ich bleibe nicht hier und jetzt gib mir mein
Handy wieder.“ „Nein.“ Ich drehte mich um und ging auf die Haustür zu,
doch er hielt mich auf und zog mich ins Wohnzimmer. „Seto du weißt das du
dich strafbar machst?“ „Inwiefern?“ fragte er scheinheilig.
„Freiheitsberaubung!“ „Reg dich ab. Ich behalte dich nur aus einem
einzigen Grund hier.“ „Welchem denn und was meinest du gerade mit wir haben
zu arbeiten? Wenn ich fragen darf,“ meinte ich genervt. „Du sollst dir das
Konzept ansehen und dir ein Bild von meinem neuen Spiel machen.“ „Ist das
alles,“ erwiderte ich verständnislos. Er verließ den Raum und kam mit einer
Präsentationsmappe und Skizzen zurück.
Das
Konzept war für meinen Geschmack noch nicht ausgereift genug, was ich ihm auch
gleich mitteilte. Sonderlich erfreut war er nicht darüber. Er erzählte mir was
er sich vorstellte und ich machte mir einige grundlegende Gedanken um seine
Vorstellungen optimal umsetzen zu können. Doch leider drifteten meine Gedanken
sehr schnell ab und zwar in eine Richtung die mir gar nicht recht war. //Seto
ist ja eigentlich ganz nett und gut aussehen tut er auch noch// Er merkte
sofort, dass ich ihm nicht mehr zuhörte und legte eine Pause bei seiner Ausführung
ein.
„Ayana!“
kam es scharf von ihm und so wurde ich aus meinen Gedanken gerissen.
„Anwesend.“ „Du sollst mir zuhören ich hab keine Zeit dir alles noch mal
zu erklären.“ „Ja schon klar. Ich hab verstanden um was es dir bei dem
Spiel geht.“ „Und wirst du den Auftrag annehmen?“ „Mal schauen,“
grinste ich ihn an. Sein Gesicht verfinsterte sich. //Hat er echt geglaubt das
er mich so schnell weich kriegt//
Ich
stand auf. Seto sah mich nur mit seinen eisblauen Augen an. Ich zwinkerte ihm zu
und meinte: „Ich geh jetzt erst mal frühstücken und dann sehen wir
weiter.“ Schon war ich aus dem Zimmer verschwunden. Was ich nicht bedacht
hatte war das ich noch nie hier gewesen war und mich nicht auskannte. So stand
ich etwas verlassen in einem langen Gang überall waren Türen. Ich entschied
mich eine auf der rechten Seite zu nehmen.
„Falscher
Weg,“ ertönte es hinter mir. Mit einem niedlichen grinsen drehte ich mich um.
„Wirklich? Könnte der gnädige Herr mir dann mitteilen in welcher Richtung
das Speisezimmer bzw. die Küche liegt?“ „Er könnte, ja, aber warum sollte
er es tun?“ „Weil er als Gegenleistung meine Mitarbeit an seinem Projekt wünscht.“
„Die hat er sowieso so gut wie sicher.“ „Wenn du dich da mal nicht täuscht.“
„Ich werde es dir sagen, wenn du mich auf unseren Schulball begleitest.“
Sein überlegenes grinsen störte mich gewaltig. „Ach weißt du, ich hab Zeit,
ich werd sie einfach suchen gehen.“
So
drehte ich mich wieder um und wollte gerade gehen als... „Was hast du
eigentlich gegen mich?“ Ich überlegte kurz. „An und für sich nichts..“
„Warum willst du mich dann nicht begleiten?“ „Du willst die Wahrheit
wissen?“ „JA.“ „Zum einen kann ich deine arrogante Art nicht leiden,
dann hab ich immer das Gefühl du nimmst mich nicht für voll und du hast mich
nicht richtig gefragt wenn wir ehrlich sind hast du mich gar nicht gefragt
sondern versucht es mir zu befehlen.“ Ich drehte mich wieder zu ihm um, was
ich nicht bemerkt hatte war das es näher gekommen war und jetzt genau vor mir
stand. Auf das was dann geschah war ich absolut nicht vorbereitet. Er küsste
mich. Mir wurde heiß und mein Herz raste.
Ich
drückte ihn von mir weg. Er grinste und ich muss ziemlich verwirrt ausgesehen
haben, denn er nahm meine Hand und zog mich mit sich. //Was sollte das gerade. Fühlt
er sich etwa als hätte mich voll und ganz in der Hand?// Eh ich mich versah
waren wir im Speisezimmer. Der Tisch war gedeckt mit allerhand Köstlichkeiten.
Er ging an seinen Platz am Ende des Tisches oder besser am Ende der Tafel. Ich
nahm in etwas Abstand platz. Nachdem ich ein viertel einer Honigmelone und eine
Kiwi gegessen hatte war für mich das Frühstück erledigt. Seto aß einen
Semmel mit Honig. Er beobachtete mich die ganze Zeit was mir sehr unangenehm
war.
Es
klopfte. „Herein.“ Ein Dienstmädchen betrat den Raum. Sie verbeugte sich
vor Seto. //Pascha!// „Führe Ayana ins Sunshine-Zimmer, sie soll sich dort
etwas zum Anziehen aussuchen und dann in mein Arbeitszimmer kommen,“ mit
diesen Worten stand er auf und verließ den Raum. //Ich glaub ich bin im
falschen Film// „Wenn Sie mir bitte folgen würden,“ verbeugte sich das
Dienstmädchen vor mir. „Bitte hör auf dich vor mir zu verbeugen und du
kannst mich ruhig Ayana nennen.“ Ich stand auf und folgte ihr.
Das
Zimmer in das sie mich brachte war atemberaubend. Ein Himmelbett stand darin,
der Nebenraum war ein begehbarer Kleiderschrank, einen großzügigen Balkon
hatte das Zimmer auch und selbstverständlich ein Badezimmer. Doch damit nicht
genug ein kleiner Wintergarten und ein Raum der im Moment nicht eingerichtet war
gehörte auch noch dazu. //Das ist ja eine richtige kleine Wohnung// „Master
Kaiba hat diese Kleider extra für euch... ähm... ich meine dich herbringen
lassen,“ sagte das Dienstmädchen. „Hat er das?,“ fragte ich überrascht,
„wie heißt du eigentlich?“ „Sophie.“ „Schöner Name.“ „Danke.“
Ich ging in den Kleiderschrank und suchte mir etwas bequemes aus. Eine
sandfarbene Baggypants, ein weißes T-Shirt und eine braune Jacke. Sophie zeigte
mir den Weg zu Setos Arbeitszimmer. Ich verabschiedete mich von ihr und klopfte
an der Tür. Kein Mucks kam von drinnen. Doch auf einmal öffnete sich die Tür.
„Komm rein.“ So trat ich ein. Sein Arbeitszimmer war geschmackvoll
eingerichtet teilweise klassisch aber auch modern. „Setz dich.“
Ich
nahm platz. Ebenso wie er. „Fangen wir an mit der Ausarbeitung. Ach ja ich hab
den Vertrag hier,“ meinte er. „Wie wäre es wenn wir zu mir gehen.“ Das
was ich gesagt hatte musste ihn sehr schocken, er sah mich zumindest so an.
„Was ist jetzt?“ Sein Gesichtsausdruck änderte sich und wurde zu einem
grinsen. //Was er wohl wieder für Hintergedanken hat// Er stand auf.
„Das
wir uns nicht falsch verstehen wir fahren in mein Loft in der Stadt und nicht in
mein anderes Haus.“ „Da bin ich ja mal gespannt drauf.“ Wir verließen
seine Villa und er zeigte mir seine Autos. Er entschied sich für einen seiner
Sportwagen und wir fuhren los. Ich sagte ihm wo er hinmusste. 20 Minuten später
waren wir da. Es lag 2 Straßen von meiner Firma entfernt.
Ich
lotste ihn in meine Tiefgarage. Dann fuhren wir mit dem Fahrstuhl nach oben. Wir
hielten zuerst in der Etage in der sich mein Loft befand. Dort starte ich erst
einmal meine Computer. „Für was brauchst du die denn?“ „Ich designe meine
Figuren und Hintergründe immer am Computer. Aber zuerst zeige ich dir noch mein
Künstleratelier und hier im Haus befindet sich auch meine Rechtsabteilung.“
So fuhren wir in die letzt genannte und ich übergab den Vertrag meinen
Mitarbeitern damit sie ihn prüften.
Im
Stockwerk tiefer war mein Künstleratelier. Auf dem Weg dorthin kam mir Seto
fast ein wenig zu nahe. Ich stand ganz ruhig im Fahrstuhl. Auf einmal spürte
ich seinen warmen Atem auf meiner Haut. Ich versuchte es zu ignorieren. Dann
ging endlich die Tür auf und ich konnte wieder auf Abstand gehen.
Ihm
schien es hier zu gefallen. Der Raum war hell gehalten. Einige meiner Arbeiten
hingen an den Wänden. 3 Computer waren im einen Teil des Raumes. Es gab auch
einen abgeteilten anderen Raum in dem ich Airbrush machte. Eine große
Zeichenplatte stand an einem der unzähligen Fenster. Dann gab es einen Tisch
mit verschiedenen Farben. Vom Buntstift bis zu den Ölfarben war alles
vertreten. Der Blickfang war eindeutig der große LCD-Bildschirm der schon vom
Fahrstuhl aus zu sehen war.
4
meiner Mitarbeiterinnen arbeiteten gerade an einem Entwurf für eine
Werbekampagne. Eine von ihnen zeichnete die Charaktere von Hand vor. Eine andere
bearbeitete bereits fertige am Computer nach. Und die beiden anderen machten die
Hintergründe am PC und animierten die Bewegungen. Auf dem großen Monitor lief
eine Vorabversion des Spots die vielversprechend aussah.
„Und
wie findest du es?“ „Nett.“ „Was heißt bitte nett?“ fragte ich verständnislos.
„Was soll ich sagen?“ Ich ging an ihm vorbei zurück in den Fahrstuhl. Er
folgte mir. „Bist du jetzt sauer auf mich?“ „Pffff....“ „Also
ja.“
Wir
fuhren wieder nach oben in mein Loft. Dort zog ich mich erst einmal um. //Was
Seto wohl gerade macht? Moment was denk ich denn da// Als ich mich umdrehte
stand er an die Wand gelehnt da und sah mich an. //Dieses grinsen... ich könnte
ihn.... grrrr// „Willst du was trinken?“ „Ne muss nicht sein.“ Er leckte
sich über die Lippen. „Sag mal Ayana, was willst du eigentlich zum Ball
tragen?“ „Weiß ich noch nicht.“ Ich setzte mich vor meinen Computer. Er
stand immer noch wie gerade eben da. „Ich finde das wir aus der Sache ob du
mit mir zum Ball gehst und was du anziehen wirst eine kleine Wette machen
sollten,“ kam es auf einmal von ihm. Ich drehte mich und sah ihn an. „Wie
meinst du das, eine Wette? Worum willst du mit mir denn Wetten?“ „Wenn du es
schaffst mein neues System zum bestverkauften innerhalb von 2 Tagen zu machen,
also durch Werbung, Design etc. dann kannst du zum Ball gehen mit wem du willst.
Solltest du es aber nicht schaffen dann gehst du mit mir und du wirst mir von da
an deine Firma unterstellen.“ „Für meinen Geschmack ist diese Wette aber
sehr einseitig. Ich bekomme gar nichts wenn ich gewinne und du willst dir gleich
meine Firma krallen wenn ich verlieren sollte. Nein nein nein so läuft das
nicht, wenn ich gewinne dann werde ich deine direkte Vorgesetzte und deine Firma
kommt dann unter meine Kontrolle.“ „Niemals.“ „Du wolltest doch wetten.
Entweder die Wette ist ausgewogen oder wir wetten gar nicht.“ Er atmete kurz
durch, streckte mir dann seine Hand entgegen und ich schlug ein.
Die
nächsten Tage wurden sehr stressig, da die gesamte Werbung innerhalb einer
Woche fertig gestellt werden musste. So hatte ich kaum Zeit für die
Vorbereitung des Balles. Seto engagierte sich zu meiner Verwunderung sehr. Das
Motto das gewählt wurde, war: Märchen. Der Saal war teilweise schon geschmückt.
Überall hingen Ballons und pastellfarbene Vorhänge.
Jeden
Tag bekam ich einen Besuch von Seto der kontrollierte wie weit sein Projekt
schon war. Wir kamen auch nicht so gut voran wie ich gehofft hatte. Das Spiel
sollte in 3 Wochen erscheinen und noch waren nicht alle Spielabläufe
festgelegt. Wir arbeiteten Tag und Nacht.
Schließlich
mit der Hilfe der Kaiba Corp. wurden wir doch mit allem eine Woche vor Veröffentlichung
fertig. Die Werbung lief ausgezeichnet. Ich war zufrieden genau wie Seto. Doch
das wichtigste waren die Verkaufszahlen. Um es spannend zu halten, ließen wir
uns die Vorverkaufszahlen und den geschätzten Absatz nicht mitteilen, wir
wollten warten was der erste offizelle Bericht aussagen würde. In der
Zwischenzeit hatte ich viel Zeit mit Seto verbracht und wir mochten uns sehr.
Ich muss gestehen seine Anwesenheit war mir mittlerweile sehr angenehm.
Der
Tag der Wahrheit
Alle fieberten dem Ergebnis entgegen. Es wurde 20 Uhr und die Läden schlossen.
Das Spiel gab es jetzt seit 2 Tagen. Seto und ich waren gerade bei ihm in der
Kaiba Corp. als er einen Anruf erhielt. Er schaltete das Telefon auf
Lautsprecher so das ich alles hören konnte. Einerseits wünschte ich mir zu
gewinnen andererseits auch nicht. „Master Kaiba hier sind die
Verkaufszahlen,“ fing sein Angestellter an. Man war ich nervös. „Es tut mir
leid ihnen sagen zu müssen das wir unser Ziel um 3 Exemplare verfehlt haben.“
Mir stockte der Atem. Ich hatte verloren. Ich war kurz davor die Fassung zu
verlieren und dann kam es wie es kommen musste. Seto setzte ein Siegesgrinsen
auf. Das war mir in diesem Moment einfach zu viel. Ich entschuldigte mich kurz
und verlies den Raum. Der einzige Ort an dem ich jetzt allein sein konnte war
die Damentoilette. Als ich in den Spiegel sah kullerte eine Träne meine Wange
herunter. Eigentlich hätte ich glücklich sein müssen, immerhin hat mein Team
fast die Bestmarke geknackt, aber es tat so weh. So viel Arbeit und dann doch
nicht das geschafft was ich erhofft hatte. Was mir auch erst jetzt schlagartig
bewusst wurde war das ich eben meine Firma verloren hatte. Am liebsten hätte
ich losgeheult aber hier war nicht der Ort an dem ich das tun wollte. Perplex
ging ich aus der Toilette in Richtung Fahrstuhl. „Wo willst du hin? Wir haben
geschäftlich noch etwas zu regeln,“ ertönte es hinter mir. Mich umdrehend
meinte ich: „Könnten wir das Morgen erledigen. Ich muss noch dringend
wohin.“ Er zog eine Augenbraue hoch. Die Fahrstuhltür ging in diesem Moment
auf, ich lief schnell hinein und drückte die Taste fürs Erdgeschoss. Die Türen
hatten sich schon fast geschlossen als jemand seine Hand dazuwischen hielt und
so gingen sie wieder auf. Es war Seto. Er trat ein, sagte aber kein Wort. Er drückte
eine Taste und der Aufzug fuhr nach unten. Im Erdgeschoss wollte ich den
Fahrstuhl verlassen doch Seto hielt mich zurück. Wir fuhren weiter nach unten
in die Tiefgarage. Wir stiegen aus und er lief zielstrebig auf eins der Autos zu
und ich wurde hinterher gezogen. „Was wird das?“ „Nicht so neugierig sein,
steig einfach ein.“
Er
fuhr sehr rasant. Er war auf dem Weg raus aus der Stadt. Nach einer halben
Stunde hielt er den Wagen an und wir verließen ihn. Er nahm meine Hand und zog
mich mit sich. Als wir auf einen kleinen Hügel kamen konnte man das gesamte Gelände
überblicken. Vor uns lag ein See. Alles schien so idyllisch. Wir setzten uns
ins Gras. Keiner von uns sagte etwas. Ich sah auf den See. Ich musste wieder an
die verlorene Wette denken. Nun konnte ich auch meine Tränen nicht mehr zurück
halten. Auf einmal spürte ich wie jemand mich in den Arm nahm. Seto nahm mich
tatsächlich in den Arm. Er drehte mein Gesicht so das ich ihn ansehen musste,
kam mir immer näher und küsste mich. //Warum tut er mir das an. Zuerst diese
Wette und jetzt das hier. Warum quält er mich?// Ich löste mich von ihm.
„Bringst du mich bitte nach Hause?“ „Wenn’s sein muss.“ Er wirkte gekrängt.
Meine gewohnte coolness verlor ich genau in dem Moment als ich erfuhr das ich
alles verloren hatte das mir von meiner Familie anvertraut worden war. So verlor
ich mich in meinen Gedanken und bemerkte erst vor meinem Loft das wir bereits
wieder in der Stadt waren. „Danke,“ sagte ich rasch und war auch schon
ausgestiegen. Er meinte nur noch: „Vergiss nicht dir ein schönes Kleid für
den Ball zu kaufen.“ Weg war er.
Ich
lief zu meinem Auto das in der Garage stand und fuhr zu meinem Haus. //Wie erklär
ich das meinen Eltern?// Ich fühlte mich schlecht. Aus diesem Grund verbrachte
ich den restlichen Abend auf meinem Sofa mit einer Tüte Chips unzähligen
Tafeln Schokolade und einem Film den Männer als typischen Frauenfilm abstempeln
würden. Als er aus war zappte ich noch durchs Programm und blieb bei den
Nachrichten hängen. Dort wurde gerade über das bestverkaufte Spiel und vor
allem über die ganze Marketing Kampagne gesprochen und ich konnte es nicht
fassen es war das Spiel für das ich so hart gearbeitet hatte. „Dieser
Mistkerl hat die Zahlen gefälscht na warte.“ All meine Trauer war wie
verflogen und ärger machte sich in mir breit. Ich griff mir mein Telefon und wählte
seine Nummer. „Kaiba,“ kam es vom anderen Ende der Leitung. „Hallo Seto,
hast du schon die Nachrichten gesehen?“ „Ayana? Nein, warum sollte ich, ist
irgendwas wichtiges passiert?“ „Sei nicht so scheinheilig. Du hast mich
verarscht. Die Zahlen deines Mitarbeiters waren gefälscht. Das Spiel ist das
Bestverkaufte. Ich habe die Wette gewonnen.“ „Sag das meinen Anwälten. Ich
habe bereits alles für eine Übernahme deiner Firma in die Wege geleitet.“
„Du kriegst meine Firma nicht und ich werde auch nicht auf den Ball mit dir
gehen.“ Damit legte ich auf und rief gleich noch meine Anwälte an. Diese
machten sich gleich an die Arbeit um meine Firma vor der Übernahme zu retten.
Am
nächsten Tag in der Schule
Ich
kam diesmal rechtzeitig doch mit wirklich schlechter Laune. Englisch stand
wieder auf dem Programm und unser Lehrer hatte wirklich vor mir eine Strafe
wegen neulich zu geben. „Warum lassen sie mich nicht in Ruhe und drücken mir
irgend ne dumme Aufgabe aufs Auge wie sie es so gerne machen?“ „Nicht in
diesem Ton junge Dame,“ schrie er mich an. Ich verdrehte nur die Augen.
„Ihre Strafe wird sein, dass sie...“ Während er sich noch ne schöne Strafe
ausdachte, dachte ich mir schon mal aus mit wem ich zum Ball gehen würde. Jetzt
hatte sich unser Lehrer auch für eine Strafe entschieden. „Sie werden die
Hauptrolle in der Aufführung unserer Theatergruppe übernehmen. Sie wissen ja
ich bin der Gruppenleiter der Theatergruppe und dieses Jahr führen wir Romeo
& Julia auf. Ihren Romeo werde ich heute Nachmittag im Workshop auswählen.“
Er musste irgendwoher wissen dass ich Theaterspielen verabscheute. Ich wehrte
mich nicht dagegen, was unseren Lehrer wohl überraschte. Doch Seto schien ihm
gerade ins Auge zu stechen, der wieder wie blöd auf seinem Notebook
herumhackte. „Seto, sie scheinen sehr viel Interesse an meinem Unterricht zu
haben,“ sagte er hinter Seto stehend und prüfend auf den Bildschirm sehend.
„Wir haben jetzt Englisch und nicht Rechtswissenschaft. Wenn ihnen mein
Unterricht so langweilig vorkommt sollten sie sich vielleicht mit Miss Kyolos
zusammentun.“ Seto wiedersprach ihm und stellte klar das ihm mehr am wohl
seiner Firma lag als am Englischunterricht. „Wenn sie das so sehen Herr Kaiba,
dann werden sie sich jetzt sicherlich freuen eine kleine Zusatzaufgabe von mir
zu erhalten.“ „So welche denn?“ Seto lehnte sich zurück und grinste
wieder so überlegen. „Sie werden Romeo sein.“ „Was?“ mischte ich mich
nun ein. „Nein, jeden nur nicht den.“ „Miss Kyolos was haben sie denn?
Sind sie mit meiner Wahl nicht einverstanden?“ Bevor ich noch etwas sagen
konnte war die Stunde zu Ende und ich wurde nicht mehr beachtet. „Wir sehen
uns zu proben nächsten Mittwoch in der Turnhalle.“ Ich lies mich auf meinem
Stuhl nach unten sinken. Malik sprach mich an: „Was hast du denn? Romeo &
Julia ist doch ein schönes Stück.“ „Ja schon aber nicht mit ihm.“
„Wird sicher nur halb so schlimm,“ versuchte er mich aufzumuntern. „Sag
mal Malik, mit wem gehst du zum Ball?“ „Bis jetzt mit niemanden, warum
fragst du?“ „Würdest du mit mir hingehen?“ Er fing an zu stahlen. „Sehr
gerne.“ Seto musste es gehört haben denn er erhob sich und kam zu mir,
stellte sich vor meinen Tisch und stützte seine Arme auf meinem Platz ab. „Ayana
du scheinst vergessen zu haben, dass wir für den Ball verabredet sind.“
„Nein, sind wir nicht. Du hast die Wette verloren und das entbindet mich aus
der Abmachung.“ „Ich habe nicht Verloren,“ meinte er giftig. „Das werden
die Anwälte entscheiden.“ Ich stand auf und lief an ihm vorbei nach draußen,
dicht gefolgt von Malik.
An
diesem Tag ging ich noch in die Stadt um mir mein Kleid zu kaufen. Ich wurde
auch prompt fündig. Ein weißes langen Kleid mit üppigem Unterrock. Trägerlos
und enganliegend bis zur Taille. Dazu fand ich eine Maske die nur die Augen
verdeckte. Sie war wie für das Kleid gemacht. Cinderella hätte nichts schöneres
tragen können fand ich und so nahm ich es mit.
Der
Tag des Balles rückte näher. Das Verhältnis zu Seto wurde wieder eisiger.
Unsere Anwälte einigten sich darauf das die Firmen im Besitz ihrer bisherigen
Besitzer blieben. Und auch die Proben für Romeo & Julia gingen zum Glück
schnell vorbei. Bis jetzt musste ich nicht allzu oft mit Seto allein
Spielen.
Heute
Abend sollte es endlich so weit sein der Ball würde stattfinden. Wir hatten
heute schulfrei so dass ich die Aula noch einmal in Ruhe inspizieren konnte.
Seto war auch da, doch wir wechselten kein Wort.
Als
ich mich gerade herrichtete, klingelte mein Telefon. Es war Malik. Er sagte mir,
dass er krank sei und es ihm schrecklich leid täte. Ich versicherte ihm das es
mir nichts ausmachen würde allein zu gehen und das er schnell wieder gesund
werden sollte. So stand ich nun da. Ohne einen Partner. Aber ich würde zum Ball
gehen. Das war mein Entschluss.
So
ließ ich mich dann auch zur Schule fahren. Stieg aus und wurde von allen die
mir begegneten bewundert. Im Saal angekommen kam ich mir dann doch etwas
verloren vor. Einmal tief durchgeatmet und auf ins Vergnügen. Langsam schritt
ich die Treppe herunter und auf die Tanzfläche. Bis sich mir jemand in den Weg
stellte. Wer hätte es gedacht es war Seto. //Man sieht er heute gut aus//
diesen Gedanken verdrängend schenkte ich ihm ein freundliches lächeln. Er
verbeugte sich vor mir, nahm meine Hand und bat mich um einen Tanz. //Was hat
der denn geschluckt? Zuerst giften wir uns an und jetzt ist er so höfflich// Er
führte mich behutsam aber doch bestimmt über die Tanzfläche. In diesem Moment
fühlte ich mich sicher wie nie zuvor. Das Licht wurde gedämpft und die Musik
wurde langsamer. Wir tanzten jetzt viel enger als noch vor ein paar Minuten. Es
sah für mich gerade jetzt wie mein Märchenprinz aus, den ich nie mehr gehen
lassen wollte. Ohne groß nachzudenken schmiegte ich mich an ihn. Er nutze die
Gelegenheit und gab mir einen Kuss auf die Stirn. So verging der Abend. Bis er
meinte: „Siehst du jetzt warst du doch mit mir hier.“ „Warum musste du
jetzt wieder alles kaputt machen?“ Ich wollte gerade meine Sachen nehmen und
gehen als er fragte: „Willst du mich nach Hause begleiten?“ „Warum sollte
ich dass denn tun?“ „Weil du genau, wie ich weißt dass uns etwas verbindet
das stärker ist als unser gezankte.“ Er hielt mir seine Hand hin. Ich zögerte
erst noch doch dann legte ich meine in seine. Wir wurden von seiner Limo
abgeholt. Das er heute so locker war schrieb ich dem Alkohol zu den er getrunken
hatte. Ich schmiss alle Vorurteile über Bord und gab ihm eine Chance. Zu meiner
Überraschung nutzte er sie. Er zeigte sich mir von einer mir noch unbekannten
Seite. Fürsorglich und liebevoll. So verbrachte ich die Nacht bei ihm. Bis wir
gemeinsam einschliefen.
Kapitel 3
Am nächsten morgen
änderte sich aber alles wieder. Als ich aufwachte war ich allein. Nur ein
tippen konnte ich wahrnehmen. Seto saß an seinem Notebook und arbeitete. Ich
setzte mich auf und streckte mich. „Guten Morgen,“ begrüßte ich ihn. Doch
er gab keine Antwort. So stand ich auf und lief zu ihm hinüber. Als ich fast an
seinem Schreibtisch war sagte er: „Komm nicht näher das hier geht dich nichts
an.“ Ich zog die Augenbraue hoch. //Was soll das jetzt wieder?// Er fügte
noch hinzu: „Wenn ich was von dir brauche ruf ich dich an.“ //Wow so einen
direkten Rauswurf habe noch nie erlebt// Ich nahm also meine Sachen und ging zu
Tür. Ich betrachtete mein Handy und es war eine SMS drauf. Diese kurz überfliegend
meinte ich zu ihm: „Ach Seto... es gibt da ein Problem mit deinem Vertrag. So
wie es aussieht sind deine Klauseln rechtswidrig und es könnte durchaus sein,
dass er unwirksam wird und das bedeutet das ich Schadensersatz fordern kann.“
Zufrieden grinsend verließ ich sein Zimmer und rief kurz einen Freund an. Auf
dem Weg nach unten hörte ich Schritte hinter mir. „Was soll das heißen meine
Klauseln wären rechtswidrig?“ „Na was ich gesagt hab. Ich werde mir meine
Anwälte vorbeischicken die sollen dir zeigen wo das Problem liegt.“ „Du
kannst doch so nicht nach Hause gehen. Sie dich doch mal an, du trägst nur ein
Shirt und deine Unterwäsche.“ Damit fühlte er sich mir überlegen. „Das
stellt kein Problem dar, mein Fahrer wartet schon draußen.“ Ich drehte mich
an der Tür noch mal zu ihm um. „Danke für den schönen Abend gestern und
schade das der heutige morgen so unschön begonnen hat.“ Er schnaubte, doch
ich ließ mir nicht anmerken das ich ihm gern eine reingehauen hätte. Die Tür
öffnend lächelte ich ihm noch zu und verließ sein Haus. Mein Freund war tatsächlich
schon da und stellte mir zum Glück keine Fragen während er mich nach Hause
brachte.
Ich zog mich um und machte
mich dann auf den Weg ins Büro zu meinen Anwälten. //Seto versucht mich zu
manipulieren indem er mich rum kriegen will. Das ist so link. Aber damit kriegt
er mich nicht// Meine Anwälte erklärten mir die Thematik und das Seto bereits
einen Termin mit ihnen vereinbart hatte um die Sache zu klären. „Gehen sie
mit der nötigen härte vor und geben sie vor allem nicht nach!“ war meine
Anweisung bevor ich wieder ging. Mein nächster Weg an diesem Tag führte mich
zu Phoebe. Alle anderen Bandmitglieder waren auch da und so machten wir eine
Jamsession. Das tat wirklich gut. Trish fragte mich ob ich heute Lust hätte
live aufzutreten. Natürlich war meine antwort ja.
Der Club
Mittlerweile
war es kurz vor 9 und wir befanden uns im Club Destiny. Die Zuschauer draußen
schrieen schon seit geraumer Zeit unsere Namen und flippten schon bevor wir überhaupt
auf der Bühne waren voll aus. Backstage war aber mindestens genauso aufgeregtes
Treiben wie draußen. Das klingeln meines Handys riss mich aus den Gedanken. „Hallo?“
„Wo
bist du Ayana ich muss mit dir reden.“ “Wer ist denn da?” „Seto Kaiba
natürlich wer sonst?“ „Ach du bist es. Ich habe jetzt keine Zeit ich muss
auf die Bühne, bye.“ Damit legte ich auf und gab Trish das Handy. Wir wurden
gerade angesagt und so gingen wir raus. Die Schreie wurden jetzt noch lauter.
Jenny, Natasha und Sarah spielten die ersten Riffs und Phoebe stimmte mit ein.
Die erste Zeile des Liedes sang Jessy und ab dem Refrain sang auch ich. Danach
folgte mein Solo. Die Stimmung war großartig. Nach zwei Liedern war meine anfängliche
Anspannung völlig von mir gewichen und ich fühlte mich so frei wie schon lange
nicht mehr. Ich flirtete etwas mit dem Publikum und entdecke Jonouchi und Honda.
Die sahen mich geschockt an. //Wussten wohl noch nicht das ich singe// Nach drei
weiteren Songs teilten sich unsere Zuhörer irgendwie merkwürdig und bei
genauerem hinsehen wurde mir auch klar warum... Seto und zwei Bodyguards bahnten
sich ihren Weg zur Bühne. //Der kann wohl nicht ohne mich leben// Ich machte
einfach weiter und jetzt kam auch eins meiner Lieblingslieder. Es war an Typen
wie Seto gerichtet und drückte meine Gefühle gegenüber arroganten und rücksichtslosen
Typen ausgezeichnet aus. Setos Gesicht zu folge war er wütend. Doch ich hatte
mich schon entschlossen das Lied nur für ihn zu singen. Seine Gesichtszüge
wurden noch wütender. Als das Lied zu Ende war bedanken wir uns und verließen
die Bühne. Seto begab sich ebenfalls hinter die Bühne und so trafen wir
aufeinander. „Was hast du dir dabei gedacht?“ „Hallo Seto dir auch einen
schönen guten Abend. Ich habe keine Ahnung von was du redest.“ „Der
Vertrag!“ „Darüber müssen wir noch mal reden. Aber bitte nicht jetzt.“
„Und wann dann?“ „Nächste Woche vielleicht?“ „Das ist mir zu spät.
Morgen! Und was sollte das überhaupt da draußen?“ „Ich hatte einen
Auftritt. Was denkst du denn was ich da gemacht hab?“ „Nein, das meine ich
nicht, warum hast du das letzte Lied nur in meine Richtung gesungen?“ „Finde
es selbst heraus.“ „Du....“ Ich glaube er hätte mich am liebsten erwürgt
doch leider wurde ich von meiner Managerin gerufen. „So ich muss dann.“
Damit wollte ich mich aus dem Staub machen aber leider ließ Seto das nicht zu.
Er kam mit.
to be continued ...