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Detectiv Conan

Detektivlexikon



 
1: Sherlock Holmes
2: Kogoro Akechi
3: Hercule Poirot
4: Arsène Lupin
5: Jules Maigret
6: Kosuke Kindaichi
7: Inspektor Columbo
8: Heiji Zenigata
9: Philip Marlowe
10: Auguste Dupin
11: Ellery Queen
12: V. I. Warshawshi
13: Peter Brown
14: Cordelia Grey
15: Heizo Hasegawa
16: Mitsuhiko Asami
17: Nero Wolf
18: Shunsaku Kudo
19: Hannibal Lecter
20: Jane Marpel
21: Sam Spade
22: Shozo Totsukawa
23: Ninzaburo Furuhata
24: Perry Mason
25: Mikeneko Holmes
26: Kommissar Samejima
27: James Bond
28: Kyozuke Kamizu
29: Charlie Chan
30: John Thorndyke
31: Kinshiro Toyama
32: Mike Hammer
33: Philo Vance
34: Shigeru Hiiragi
35: Drury Lane
36: Catherine Turner
37: Heny Jackson
38: Denshichi
39: Lew Archer
40: Kiyoshi Mitarai
41: "The old man in the corner"
42: Joseph Rouletabille
43: Hanshichi
44: Koichiro Munesue
45: Eitaro Imanishi
46: Gideon Fell
47: Yuichiro Goda
48: Ukyo Sugishita
49: Steve Carella
50: Hideo Himura
51: Riyako Asabuki
52: Robert Ironside "Der Chef"
53: Akihiko Chuzenji
54: Kiyoshi Shimada
55: Detektiv bei Continental's
56: Sashichi




1: Sherlock Holmes



Er kommt bei dem Stichwort "Meisterdetektiv" wohl zweifelsfrei als Erstes in den Sinn: Sherlock Holmes, der unvergessene und größte aller Detektive, erdacht von Sir Arthur Conan Doyle. Stets die Gelassenheit und Ruhe in Person, ist er vor allem für seine zielsichere Intuition sowie seine messerscharfe Kombinationsgabe bekannt. Doch auch als Fechter hat er sich einen Namen gemacht. In seiner Freizeit liebt er es, es sich in seiner Wohnung in der Baker Street 221B gemütlich zu machen und eine Pfeife rauchen einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Aber hat er erstmals einen Fall angenommen, dann lässt er nicht eher locker, bis er den Täter wie der Wolf die Beute gestellt hat. Natürlich bleibt bei so viel Hingabe kaum Zeit für ein Liebesleben, doch man sagt, das Lösen von verzwickten Fällen sei ohnehin seine größte Leidenschaft... Mit seinem leicht arrogantem Lieblingsspruch "Eine meiner leichtesten detektivischen Übungen" treibt er zwar seinen treue Begleiter Dr. Watson so manches Mal zur Verzweiflung. Aber auch diese Seite an ihm lieben seine Fans zu denen sich auch Gosho zählt.

Lese Tipp: "Die vier Unterschriften"


2: Kogoro Akechi



Kogoro Akechi ist wohl Japans bekanntester Detektiv, erdacht von Ranpo Edogawa. ist von ihm die Rede, so hat man zwar sofort da Bild eines gepflegten Gentlemans vor Augen, doch bei seinem ersten Auftritt war er davon noch weit entfernt: Sein Erscheinungsbild mit zerzaustem Haar und abgewetztem Kimono hatte noch rein gar nichts Gentlemanhaftiges an sich und er hauste umgeben von Bergen von Büchern in einem 10-qm-Apartment im zweiten Stock über einem Tabakladen. Akechi verlässt sich lieber auf seine Intuition als auf bloße Indizien. Bei den Ermittlungen bringt er seine psychologischen Fähigkeiten ins Spiel und verhilft auf so der Wahrheit ans Licht. Zudem ist er ein wahrer Meister der Verkleidung. Der Leser kann sich nie sicher sein, als welche Figur er wohl als nchszes Nächstes auftreten wird. Seine Fälle haben außerdem noch einen Anflug des Mysteriösen und Nicht-Greifbaren. Angsthasen ist also nicht unbedingt zu raten, einen Kogoro-Akechi-krimi zu später Stunde und alleine zu lesen...

Lese Tipp: "Die Goldene Maske"


3: Hercule Poirot



Wer kennt ihn nicht, den großen Hercule Poirot, die lebende graue Gehirnzelle! Die Königin des Kriminalromans persönlich, Agatha Christie, hat ihn erdacht. Während des Ersten Weltkrieges emigriert er von Belgien nach London und eröffnet eine Privatdetektei. sein bekanntestes Zitat ist wohl "Ich bin Belgier!", was er immer wieder betont, wenn er wie so oft für einen Franzosen gehalten wird. Er mag ein bisschen eingebildet sein, und seine Auftrittsworte: "Gestatten, Hercule Poirot, weltbester Privatdetektiv", die er immer wieder lässig fallen lässt, während er seinen fein gewichsten Bart zwirbelt, strotzen nur so vor Arroganz. Aber das Ganze ist schon wieder einfach zu komisch, dass man es ihm nicht ernstlich verdenken kann. Nur indem er seinen Auftraggebern zuhört, während er gelassen in seinem Stuhl sitzt, durchschaut sein brillantes Gehirn die meisten Fälle, und ein weiterer seiner bekannten Aussprüche ist: "Am Tatort nach irgendwelchen Indizien und Hinweisen suchen, das ist ja wie Fangen spielen, einfach albern." Seine grauen Zellen versetzten einen immer wieder in Erstaunen, da kommen einen seine eigenen rosa vor...

Lese Tipp: "Tod auf dem Nil"


4: Arsène Lupin



Ein abgebrühter Gentleman-Dieb, der selbst in den ausweglosesten Notsituationen sein verschmitztes Lächeln nicht verliert. Egal wie stark die Bewachung, egal wie gepanzert der Tresor, er kommt, sieht und stiehlt, und bevor jemand dagegen etwas unternehmen kann, ist er auch schon wieder verschwunden. Er ist ein Meister der Verkleidung, so gut, dass er sich manchmal selbst nicht mehr erkennt. Seine Handschrift und seine Stimme kann er nach bleiben verändern, somit ist es nahezu unmöglich ihn zuschnappen. Selbst als Detektiv ist er schon in Erscheinung getreten und hat dabei auch noch gleich die kniffligsten Fälle gelöst. Wegen seiner unglücklichen Kindheit hat er jedoch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Er hilft den Armen und kämpft gegen die Starken,. Und wenn es heißt, einer holden Dame bereitzustehen, dann nimmt er bereitwillig die größten Gefahren auf sich. Ein Ebenbild von Mut und Eleganz, ein unvergesslicher Gentleman und Meisterdieb.

Lese Tipp: "Der Gentlemangauner"


5: Jules Maigret



Ein knallharter Cop des Pariser Polizeireviers. Erdacht von dem französischen Schriftsteller Georges Simenon, der auch in Paris lebte. Maigret bedeutet eigentlich so viel wie "klapperdünn", aber er ist mit seinen 1 Meter 80 und 100 Kilo ein wahrer Hüne von Mann! Maigret ist leidenschaftlicher Pfeifenraucher und nimmt sie höchstens zum Schlafen aus dem Mund. Doch wenn er anfängt, auf seiner ausgerauchten Pfeife herumzukauen, dann ist das immer ein Zeichen dafür, dass die Ermittlungen nicht so recht vorangehen. Seine Ermittlungsmethoden sind simpel: Er erledigt die ganze Laufarbeit selbst und findet so die nötigen Beweise. Seinen Ruf als knallharter Cop hat er, weil er sich bei einem Verhör immer rittlings vor seinem Gegenüber auf seinen Stuhl knallt und ihn dann psychologisch dermaßen in die Mangel nimmt, dass die meisten bereitwillig gestehen! Wenn doch mein Kommissar Megure auch so auf der Höhe wäre wie er, dann hätte es Conan bestimmt um einiges leichter...

Lese Tipp: "Maigret stellt eine Falle"


6: Kosuke Kindaichi

Wenn es um Groll vergangener Tage, verfluchte Familien und bizarre Mordserien geht, dann ist Kosuke Kindaichi sofort zur Stelle. Angeblich der Doktor für Literatur Kyosuke Kindaichi soll Namenspate für die Figur von Seishi Yokomizo gewesen sein. Kosuke Kindaichi bricht sein Studium ab und geht für eine Weile nach Amerika, genauer San Francisco. Dort wird er zufällig in ein Fall verwickelt den er prompt löst. Wieder zurück in Japan beschließt er eine Detektei zu gründen. Dabei wirkt Kosuke nicht gerade vertrauenserweckend: Sein Kimono ist voller Falten und seine abgelatschten Holzsandalen klackern bei jedem Schritt. Zudem kratzt er sich auch noch ständig seine zottigen Kopf, wenn er mit einem spricht. Aber Vorsicht! Dieses schlampige Auftreten hat schon viele in die irre geführt und dazu geführt ihn zu unterschätzen! Seine Fälle löst er dank seiner brillanten Ermittlungsgabe und Intuition im Alleingang, seien sie noch so rätselhaft.

Lese Tipp: "Die Höllentorinsel"


7: Inspektor Columbo

Wer kennt nicht den allseits beliebten Inspektor Columbo von der Los Angeles Police! Wer kennt nicht seinen Ausspruch: "Äh, wissen sie, meine Frau..." Wer kennt nicht seinen abgetragenen Regenmantel, seinen Schlafzimmerblick und seinen strubbeligen Kopf. Ständig raucht er seine billigen Zigarren und ascht die Landschaft voll. Er wirkt wie ein leicht verwirrter alter Mann, doch hinter der Fassade verbirgt sich ein genialer Ermittler. mit seinem überlegenem Scharfsinn löst er auch ein noch so perfektes Verbrechen. Wenn er Verdächtige verhört, dann tut er das mit freundlichen Plauderton. Mit seinen so unscheinbar wirkenden Fragen verstrickt er sein gegenüber schnell in Widersprüche. Hat er einmal einen Täter ins Visier gefasst, dann ist der Ärmste chancenlos. Kein Wunder das seine Verdächtigten am Ende immer gestehen.

TV Tipp: "Ein Wein zum Abschied"


8: Heiji Zenigata

An wen denken wir zuerst für Recht und Ordnung im alten Edo (heute Tôkyô) zu sorgen? Natürlich an den Meisterschnüffler Heiji Zenigata! Erdacht vom Romanschriftsteller Kodo Nomura, lebt er mit seiner Frau in einem verfallenen Reihenhaus im Stadtteil Kandamyojin. Er liebt Zigaretten und an freien Tagen sieht man ihn oft Shogi (jap. Art des Schachs) auf der Veranda spielen. Sein berühmt-berüchtigter Move ist die Wurfmünze. Wirft er eine 4-Mon-Münze nach einem Verbrecher, so verfehlt ihr Ziel nie! Er ist ein Freund des einfachen Mannes und hasst jegliche Ungerechtigkeit. Auch Bestechungsgelder nimmt er niemals an, selbst wenn er mit der Miete zwei Monate im Rückstand ist. Wenn es hart auf hart kommt, kann er sich getrost auf seinen Kumpel Hachigoro, den Grobian, und sein liebevolle Frau Oshizu verlassen. Seine Frau Oshizu ist wirklich immer für ihn da und ohne sie hätte er schon längst einpacken können. Es wäre daher schön, wenn er sich mal einen anderen Move zur Verbrecherbekämpfung einfallen lassen würde, als das Haushaltsgeld durch die Gegend zu werfen.

Lese Tipp: "Heiji Zenigata schnappt sie alle"


9: Philip Marlowe

"Ich bin Privatdetektiv. Davon kann man zwar nicht leben, aber jeder braucht Hobbies und außerdem habe ich meinen Stolz. Genau... Wer nicht hart ist, der kommt im Leben nicht weit. Und wer nicht auch mal sanft ist, der hat nichts vom Leben." Solche und ähnlich abgebrühte Sprüche legt Raymond Chanlder seinem Helden Philip Marlowe allzu gerne in den Mund! Früher einmal war er Polizist, doch nun betreibt er eine Detektei am Rand von Hollywood. Sein Chef hat ihn gefeuert, weil er sich nie an seine Befehle halten konnte, worauf Marlowe immer wieder erwiderte: "Befehle? Was kümmern mich Befehle?" Kompromisse sind eben nichts für ihn. Er ist ein gut aussehender Mann mit dunkelbraunen Haaren und dunkelbraunen Augen. Kein Wunder, dass sich die Frauen reihenweise nach ihm verzehren, aber bei Klientinnen bleibt er hart: Geschäft ist Geschäft! Das ist seine Berufsehre! Und so schlägt er sich durch den Großstadtdschungel und verlässt sich nur auf sich...

Lese Tipp: "Der lange Abschied"


10: Auguste Dupin

Der Urvater aller Detektive ist wohl zweifelsohne Aguste Dupin, erdacht von Edgar Allen Poe im Jahre 1841! Ein junger Gentleman und Abkömmling einer einst ruhmreichen Adelsfamilie, lebt er abgeschieden in einem alten Anwesens außerhalb von Paris. Er liebt die Dunkelheit, und deshalb verbringt er tagsüber seine Zeit bei geschlossenen Fensterläden mit Lektüre oder Meditation. Mit Beobachtung und Analyse löst er seine Fälle im handumdrehen. Gestig und Mimik seines Gegenübers verraten ihm schon, was derjenige denkt und fühlt. Eine bewundernswerte Eigenschaft. Seine Auflösungen sind ein absolutes Festival an Logik und Kombination. Dupin tritt in drei Werken in Erscheinung, die aber alles beinhalten was das Kriminalgenre zu bieten hat. Deswegen nennt man Poe auch oft den Vater der Kriminalromane.

Lese Tipp: "Der Doppelmord in der Rue Morgue"


11: Ellery Queen

Wenn der New Yorker Polizist Richard Queen vor einem kniffligen Fall steht, dann fragt er immer seinen Sohn um Rat. der erscheint dann auch frisch und unbeschwert am Tatort und verblüfft alle mit seinen genialen Schlussfolgerungen., denen noch kein Fall standgehalten hat! Eindruck macht nicht nur seine stattliche Größe jenseits der 1 Meter 80, sondern auch sein Monokel, das ihm eine Aura besonderer Erhabenheit verleiht. Seine besondere Leidenschaft sind antiquare Bücher. Seine Erfolgsmethode ist seine bestechende Logik. doch bis er nicht hundertprozentig sicher ist, behält er seine Theorien für sich und treibt sein Gegenüber mit wichtigtuerischem Gerede zur Verzweiflung. Der einzige, der dabei nicht nervös wird, ist sein Vater Richard, weiß er doch, dass sein Sohn zu guter Letzt noch jenen Fall geknackt hat. Erdacht haben die figur des Ellery Queen übrigens gleich zwei Autoren: Frederic Dannay und Manfred Lee, die die Bücher in Kooperation verfassten.

Lese Tipp: "Das Rätsel des ägyptischen Kreuzes"


12: V. I. Warshawshi

Ihr Name ist V.I. Warshawski. Die Autorin Sara Paretsky hat sie erdacht, und zwar als tough und abgebrühte, aber dennoch wunderschöne Privatdetektivin! Früher war sie Rechtsanwältin, betreibt jetzt allerdings eine Privatdetektei in Chicago. ihren richtigen Namen Victoria benutz sie deswegen nicht, damit man sie nicht so leicht unterschätzt, weil sie eine Frau ist, daher das V.I. Sie beißt sich so richtig in einen Fall fest, wenn sie ihn erst mal übernommen hat, und Ärger folgt ihr auf Schritt und Tritt. Außerdem ist sie ein Karate-Expertin, so dass man sich ihrer nicht so ohne Weiteres entziehen kann. Nicht selten trägt sie Blessuren davon oder muss gar nach Hause getragen werden, weil sie wieder einmal k.o. ging. Ihrem verstorbenen Vater verdankt sie, dass sie eine Meisterschützin ist, aber aufräumen hat ihr niemand beigebracht und in ihrem Apartment herrscht das reinste Chaos. so kriegt so wohl nie einen Freund... Aber man ist besser still, sonst verpasst sie einem noch eine...

Lese Tipp: "Blood Shot"


13: Peter Brown

Detektive gibt es ja wahrlich viele, und eine Untersparte bilden sicherlich jene, denen man ihren Job aufgrund frappierend irritierenden Äußerlichkeiten gar nicht ansieht. Und der bemerkenswerteste aus diesen Reihen ist zweifelsohne Pater Brown! Erdacht hat sich ihn ein Autor namens Gilbert Keith Chesterton und an seinem Äußeren stechen einem erst mal die kleine, untersetzte Figur sowie sein leicht ausdrucksloser Schlafzimmerblick ins Auge. seine über alles geliebten Regenschirm vergisst er auch bei allen unpassenden Gelegenheiten oder verliert ihn gar zeitweilig... Kurzum, so stellt man sich einen leicht weltfremden Dorfpfarrer vor, und diesem Klischee entspricht er oberflächlich voll und ganz. Doch am Tatort mag er zwar etwas unbedarft wirkend auf und ab spazieren, seinem messerscharfen Blick fürs Detail entgeht aber rein gar nichts und das Verhalten eines Täters durchschaut er im Nu. Meist hat er mit seinen genialen und auf Eingebungen des Himmels zu beruhen scheinenden Schlussfolgerungen bereits einen Fall gelöst, bevor die Umstehenden überhaupt ihre staunenden Münder wieder zumachen können! Doch es darf nicht vergessen werden, dass er hauptberuflich nach wie vor ein katholischer Priester ist. Und das führt manchmal sogar dazu, dass er einen Täter bekehrt, um ihn daraufhin laufen zu lassen... Einer dieser bekehrten Täter ist Flambeau, der zu seinem verlässlichen Freund wurde. Vormals ein Meisterdieb, jetzt ein solider und geläuterter Bürger! Sogar ein Detektivbüro hat der Gute aufgemacht! Manche Täter können vom Glück reden, auf Pater Brown getroffen zu sein...

Lese Tipp: "Die seltsamen Schritte"


14: Cordelia Grey

Cordelia Grey übernimmt die Detektei ihres Chefs, Freundes und Mentors Bernie Pryde, der an einer schweren Krankheit litt und sich das Leben nahm. Sie ist mit ihren 22 Jahren noch ziemlich jung für eine Privatdetektivin. Ihr helles braunes Haar und die tiefgrünen Augen geben ihr etwas Katzenhaftes, und auch ihre Statur fügt sich in dieses Bild. Trotz ihrer zierlichen Figur ist sie aber ziemlich stark. Sie hat keine Verwandten und jetzt, wo ihr Chef gestorben ist, kann sie sich nur noch auf ihren Kleinwagen und die 38-mm-Semi-Automatik, die er ihr hinterlassen hat, verlassen. Erdacht hat sie die Autorin P. D. James und eigentlich handelt es sich bei Cordelia Grey um einen Offspin der Adam-Dalgleish-Serie, so dass es bislang nur zwei Bände gibt. Dennoch hinterlässt die Lektüre einen starken Eindruck, da sie, obwohl alle ihr sagen, dass dies kein Job für eine Frau sei, ihr Fälle immer tapfer und alleine löst und sich dabei von nichts und niemandem ins Bockshorn jagen lässt.

Lese Tipp: "Ein reizender Job für eine Frau"


15: Heizo Hasegawa

Um der überhand nehmenden räuberischen Brandstiftungen Herr zu werden, ruft die Tokugawa-Regierung eine Polizei-Spezialeinheit ins Leben. Chef dieser Spezialeinheit ist Heizo Hasegawa, der im Volksmund auch als "Heizo, der Teufel" bekannt ist! Seine Schwertkünste sind erstklassig und seine Körperkraft gar kolossal, doch starker Alkohol und gutes Essen sind seine großen Schwächen. In seinen jungen Jahren führte er ein ausschweifungsreiches Leben und kennt daher beide Seiten der Medaille, weshalb er viel Verständnis für die Beweggründe seiner verbrecherischen Gegenspieler zeigt und ihre Denkweisen nachvollziehen kann. Dennoch ist er gnadenlos und zeigt kein Mitleid mit üblen Gesellen, und auch vor Mitteln wie Folter schreckt er keineswegs zurück, wenn es gilt, einem Bandenmitglied wichtige Informationen zu entlocken! Seinen Spitznamen "Teufel" trägt er eben nicht umsonst. Zu seinen treuesten Untergebenen zählen Hikoju, Omasa, Gorozo, Kumehachi und Isaji, die sich alle in ihrer Persönlichkeit stark unterscheiden. Ursprünglich waren sie alle Verbrecher, doch sie wurden von Heizo bekehrt und leisten ihm nun treue Dienste, ganz egal wie gefährlich der Einsatz auch sein mag. Bei Heizo handelt es sich übrigens um eine reale Person!

Lese Tipp: "Das Irrlicht"


16: Mitsuhiko Asami

Neben Kogoro Akechi und Ichikosuke Kanda ist Mitsuhiko Asami zweifelsohne der bekannteste Meisterdetektiv der japanischen Literatur! Er ist 33 Jahre alt und ledig. Von Beruf ist er freier Reisereporter. Seine Familie gehört seit der Meiji-Zeit zu einer der großen angesehenen Beamtenfamilien und er gilt als verwöhntes Muttersöhnchen. Erlebt zusammen mit seinem verheiratetem Bruder und dessen Familie in Tokyo, ist mit der Situation nicht immer unbedingt zufrieden. Hat er sich erst mal einem Fall gewidmet, lässt er die Polizeibeamten am Tatort stehen und entspinnt seine genialen Schlussfolgerungen. Mit seinem geliebten Wagen, einen "Soara" von Toyota, rast er dann schnurstracks der Lösung des Falles entgegen! Aufgrund seines Übereifers kommt es schon mal vor, dass die Polizei ihn selber wie einen Verbrecher behandelt, aber sobald die Polizisten mitbekommen, dass der Polizeichef sein großer Bruder ist, wird er sofort mit Samthandschuhen angefasst! Eine weitere Besonderheit der Asami-Romane ist das ihr Autor Yasuo Uchida manchmal selbst in ihnen als Detektiv Karuizawa auftritt und zusammen mit Mitsuhiko Asami die Handlung bestreitet! Ob Vielleicht Gosho auch mal an Conans Seite mitmischen sollte...?!

Lese Tipp: "The Hike Legends Murders"


17: Nero Wolf

Exzentriker gibt es unter dem Menschenschlag ja wahrlich genug, doch Nero Wolf gilt selbst unter den Exzentrikern noch als exzentrisch! Schon seine Erscheinung ist mit seinen üppigen 140 Kilo nur als imposant zu beschreiben. Bei seinen Mahlzeiten ist er besonders wählerisch und gönnt sich nur erlesenste Gaumenfreuden und auch sein Durst will täglich mit einem ganzen Kasten Bier gestillt werden. Ausgehen liegt ihm jedoch nicht sonderlich und Frauen schon gleich gar nicht. Sein Hobby ist die Orchideenzucht, und hat er sich erst mal seinen duftenden Lieblingen gewidmet, duldet er von nichts und niemanden eine Störung! Sein Verhalten ist gelinde gesagt arrogant und seine Honorare der reinste Wucher, dennoch kann er sich vor Aufträgen nicht retten, was natürlich einzig an seinem meisterlichen Detektivverstand liegt! Allerdings liegt ihm die detektivische Fußarbeit beileibe nicht, denn sportlich ist er nicht gerade. Doch dafür hat er ja Archie, seinen Koch, der ein Naturtalent darin ist, allerlei Informationen zu besorgen. Die beiden sind bekannt dafür, im Team und in ausladenden Wortgefechten selbst den härtesten Fall zu knacken! Übrigens ist der Autor von Nero Wolf, Rex Stout, ebenso wie sein Held ein absoluter Gourmet. Für jemanden wie Gosho, der vom Kochen und guter Küche keine Ahnung hat, wäre es ganz schön schwer, einen Charakter wie Wolf glaubhaft rüberzubringen!

Lese Tipp: "Zu viele Köche"


18: Shunsaku Kudo

Ein Großstadtprivatdetektiv , der mal komödiantisch, mal knallhart sein kann! Das ist Shunsaku Kudo! Sein Wohnsitz ist auch zugleich seine Detektei, und zwar befindet sich diese oben auf dem Dach eines uralten Gebäudes. Sein Erscheinungsbild ist mit seiner langen und schlaksigen Statur, dem bunten Hemd zu seinem schwarzem Anzug und dem Hut, den er sich immer tief ins Gesicht zieht, schon ein grotesker Anblick, und seine abgetakelte Vespa, mit der er kreuz und quer durch die Stadt braust, passt da bestens ins Bild! außerdem ist er kaffeesüchtig und seine Lieblingsspirituose ist Sherry. Sein Mundwinkel wird ständig von einer Kippe geziert und die Flamme des Feuerzeugs, mit dem er sich diese ansteckt, ist immer auf den maximalen Anschlag aufgedreht! Jeder Auftrag bringt ihn in neue, haarsträubende Schwierigkeiten, doch egal in welcher Notlage er sich auch befinden mag, ihm kommt immer ein flapsiger Spruch über die Lippen und sein Dauergrinsen ist nicht aus seinem Gesicht zu kriegen. Mit der Polizei kommt er zwar nicht so gut aus, doch der Mordkommissar Hattori, ein absoluter Veteran beim Polizeipräsidium ist da eine löbliche Ausnahme,. Die beiden verstricken sich stets in aberwitzige Wortgefechte, sobald sie aneinander geraten! Selbstverständlich sind diese zwei die Inspiration für Shinichi Kudo, den Meisterdetektiv Ostjapans, und Heiji Hattori, den Meisterdetektiv Westjapans, gewesen!

Lese Tipp: "Surf City Blues"


19: Hannibal Lecter

Bei unserer bisherigen Betrachtung von Meisterdetektiven mag vielleicht der Eindruck entstanden sein, es handle sich dabei stets um Streiter für die Gerechtigkeit, kurz: Um die Guten eben. Deswegen möchten wir euch diesmal Dr. Hannibal Lecter vorstellen. Er ist ein inhaftierter Schwerstkrimineller mit brillantem Verstand, erdacht vom Autor Thomas Harris. Früher war er Psychiater und jetzt fristet er seine Tage in einem Hochsicherheits-Gefängnis. Sein Auftreten ist beherrscht und er ist ein Gentleman, sein Wissen umfasst nahezu alle Gebiete und er ist ein Freund schöner Künste. Auf den ersten Blick könnte man ihn für einen vertrauenswürdigen Menschen halten. Er stand der FBI-Agentin Clarice Starling, einem Neuling, hilfreich in einem bestialischen Fall zur Seite und führte sie Schritt für Schritt zu dessen Auflösung. Aber man darf sich von ihm nicht hinters Licht führen lassen! Er ist verantwortlich für den Mord an neun Menschen und trägt den Spitznamen "Hannibal the Cannibal"! Ganz recht! Er ist ein sadistischer Mörder, der seine Opfer danach zum fressen gern hat, zumindest teilweise! Sicherlich ist er ein wertvoller Ratgeber, wenn man ihn auf seine Seite zieht, doch man sollte sich darauf einstellen, am Ende einen hohen Preis zu bezahlen!

Lese Tipp: "Das Schweigen der Lämmer"


20: Jane Marple

Es gibt ja wirklich einige Meisterdetektive , denen man ihrer äußeren Erscheinung nach nicht unbedingt ihren messerscharfen Verstand zutrauen würde, aber selbst unter den unscheinbarsten von ihnen stellt Miss Jane Marple noch eine Besonderheit dar. Diese Meisterdetektivin, die die Schriftstellerin Agatha Christie nach dem Abbild ihrer Großmutter konzipiert haben soll, ist eine über 60-jährige ältere Dame, die alleine in einem kleinen Vorort von London lebt. Sie liebt Keramik und Porzellan über alles und auch Stricken ist eines ihrer größten Hobbys, so dass kaum einer hinter dieser gemütigen, freundlichen älteren Dame einen derart brillanten detektivischen Verstand vermuten würde. Sie ist nicht nur von Natur aus überaus neugierig, sondern beobachtet und untersucht für ihr Leben gerne. Sie sammelt stets so viele Informationen, wie sie nur kann, und versucht daraus das Puzzle der Wahrheit zusammenzusetzen. Ihre Methode besteht darin sich von den Dorfbewohnern zur Wahrheit führen zu lassen. Oft fallen ihr auch Informationen in die Hände, an die die Polizei nicht gelangen konnte, aber das erklärt sie spitzfindig wie folgt: "Wenn die Polizei eine Frage stellt, dann ist das ein Verhör. Wenn aber eine ältere Dame wie ich eine Frage stellt, dann ist das nichts weiter als eine einfache Frage. Die Leute erzählen mir immer bereitwillig und unbedarft alles!" Sie ist wirklich eine Dame, die man auf gar keinen Fall unterschätzen sollte!

Lese Tipp: "Ein Mord wird angekündigt"


21: Sam Spade

Es gibt viele knallharte Detektive. Doch Sam Spade, der in San Francisco eine Privatdetektei betreibt, muss man sicherlich zu den härtesten und abgebrühtesten zählen! Sein spitzes Kinn, seine spitz zulaufenden Augenbrauen und sein komplett nach hinten gekämmtes Haar... Seine Gesichtszüge sind allesamt V-förmig und daher kommt sein Spitzname "blonder Teufel" gewiss nicht von ungefähr! Er ist groß gewachsen und robust gebaut, und es gibt keine Situation, die ihn aus der Ruhe bringen könnte. Mit ewigem Pokerface handelt und entscheidet er blitzschnell und geht bei allem äußerst raffiniert vor. Mit Frauen weiß er auch gekonnt umzugehen, was ihn schon mal den einen oder anderen Streit mit seiner eigenen Frau einbringt, die ansonsten aber wohl sein bester Kumpel ist. Es gibt zwar Gerüchte, dass er schmutzige Geldgeschäfte am Laufen habe, aber Spade hätte noch nie einen dieser Aufträge angenommen, wo man viel Geld für wenig Moral zahlt. Wenn einer die Bezeichnung knallharter Privatdetektiv verdient, dann er! Erdacht hat ihn der Schriftsteller Dashiell Hammett, der selbst Detektiv war, bevor er anfing, Bücher zu schreiben. Das sind natürlich ganz andere Voraussetzungen, als Gosho sie hat, denn seine qualifizierendeste Erfahrung diesbezüglich ist, das ihm einmal die Polizei geholfen hat, als er sich hoffnungslos verlaufen hatte.

Lese Tipp: "Der Malteser Falke"


22: Shozo Totsukawa

Wer oft mit dem Zug reist, der könnte diesem zuverlässigen Ermittler früher oder später begegnen... Shozo Totsukawa wurde erdacht von Kyotaro Nishimura und ist Kriminalkommissar der Oberliga. 40 Lenze zählt er und seine Statur ist leicht dicklich, was ihm den Spitznamen "Waschbär" eingebracht hat. Er ist leidenschaftlicher Kettenraucher, verträgt allerdings nicht viel Alkohol. Eigentlich könnte man ihn auf den ersten Blick für einen gewöhnlichen Mann mittleren Alters halten, aber wenn es um Kriminalfälle geht, insbesondere um solche, die etwas mit der Eisenbahn zu tun haben, dann trumpft er gewaltig auf und verblüfft alle mit seinem smarten und souveränen auftreten. Er gehört dem ersten Dezernat der Kriminalpolizei an, doch sein Einssatzgebiet ist eigentlich ganz Japan . Man könnte getrost sagen wo immer sich ein Kriminalfall auf Schienen ereignet trifft man ihn an. Wenn es darum geht falsche Alibis zu lüften, scheut er keine Mühe und deckt z. B. die unwahrscheinlichsten Verkehrsverbindungen auf, um zu beweisen, das ein Tatverdächtiger doch an Ort und Stelle gewesen ist, obwohl dies zunächst unmöglich erschien. Sein bester Kumpel ist der fünf Jahre ältere Polizeiinspektor Kamei, dessen Kaffee Tostukawa absolut vergöttert. Die beiden verstehen sich prächtig, vor allem wenn der Koffeinspiegel stimmt! Man kann dennoch nur hoffen, dass man ihnen bei einer gemütlichen Zugfahrt nie begegnet.

Lese Tipp: "Endstation Mord"


23: Ninzaburo Furuhata

Wie wir ja nun schon alle wissen, gibt es nicht gerade wenig Detektive, aber derjenige, dem japanische Verbrecher wirklich am allerwenigsten begegnen wollen, das ist eindeutig Ninzaburo Furuhata. Erdacht hat ihn der Drehbuchschreiber Koki Mitani und auf den ersten Blick würde man wirklich nicht vermuten, dass es sich bei ihm um einen Ermittler des 1.Kriminaldezernats handelt. Gekleidet ist er immer ganz in Schwarz. Zum Tatort kommt er stets mit dem Fahrrad angeradelt, wenn er Blut sieht, wird ihm schlecht, und die meiste Zeit zieht er Kollegen auf. Auch beim Essen ist er sehr wählerisch und überhaupt hat er so einige Macken und ist höchst penibel und kleinlich. Allerdings bringt das wiederum mit sich, dass ihm kein Detail entgeht, und seine kriminologische Methode ist so simpel wie effektiv: Er deckt alle Ungereimtheiten und Widersprüche eines Falles auf und arbeitet sich so zielstrebig zur Wahrheit vor! Jeder noch so scheinbar unbedeutender Ungereimtheit wird nachgegangen. Er lässt niemals locker und belästigt seine Tatverdächtigen regelrecht, um ihnen dann den überführenden Beweis mit verschmitztem Lächeln unter die Nase zu reiben. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, er hätte großen Spaß an Verbrechen und deren Lösung, in Wahrheit ist es aber wohl nur seine ganz eigene Art mit der grausamen Realität umzugehen.

Seh Tipp: "Yogoreta Ôshô - Der beschmutzte König"


24: Perry Mason

Es gibt viele Gelegenheiten, bei denen er sich als echter Meisterdetektiv verdingt hat, aber in erster Linie ist der Gerichtssaal seine Bühne, auf der er sich heimisch fühlt und auf der er sein wahres Talent spielen lässt: Perry Mason, seines Zeichens Rechtsanwalt! Er ist ein Mann von breiter Statur, mittleren Alters und ledig. Seine harten Gesichtszüge und seine Augen verraten eine gewisse innere Ruhe und Stärke zugleich, wobei er körperlich kein Riese im wörtlichen Sinn ist, aber dennoch den Eindruck eines Mannes von wahrer Größe vermittelt. Er ist auf Mord und andere Kriminalfälle spezialisiert. Um der Wahrheit auf die Spur zu kommen, führt er, unterstützt von seiner Sekretärin Della Street und dem Detektiv Paul Drake, energisch seine Untersuchungen durch und lässt sich dabei durch Drohungen nicht einschüchtern. Im Gerichtssaal läuft er dann mit seinem ebenso brillianten wie eloquenten Ausführungen zu Höchstform auf und fährt für gewöhnlich einen Sieg nach dem anderen ein. Manchmal führt er eine wahre Gratwanderung durch, wenn er die Regeln bis an die Grenzen ausreizt, aber gemäß seinem Motto "muss man für die Gerechtigkeit bisweilen auch Gefahren in Kauf nehmen". Perry Mason stammt aus der Feder des ehemaligen Rechtsanwalts Erle Stanley Gardner. Er ist wahrlich ein Archetyp von einem Meisterdetektiv.

Lese Tipp: "Die seltsame Braut"


25: Mikeneko Holmes




26: Kommissar Samejima

Ein richtiger Draufgänger von einem Detektiv muss natürlich ein klassischer Einzelgänger sein, doch auch bei der Polizei, die ja eigentlich ein Team verkörpert, gibt es den Typ einsamer Wolf. Ein Paradebeispiel dafür ist Kommissar Samejima, erdacht von Arimasa Osawa, den man auch den "Hai von Shinjuku" nennt! Samejima ist 36 Jahre alt, aber aufgrund seiner schulterlangen Haare wird er oft für Mitte 20 gehalten. Er hat den höchsten Test für den Staatsdienst bestanden und in seinem Alter könnte er eigentlich schon längst Hauptkommissar sein. Da er sich aber aufgrund einiger lästiger Ermittlungen in der Vergangenheit und seines ausgeprägten Gerechtigkeitssinnes, der nicht immer mit den polizeilichen Konventionen übereinstimmt, nicht nur Freunde in den obersten Schichten der Polizei gemacht hat, fristet er gegenwärtig seinen Dienst beim Generaldezernat von Shinjuku. Meist geht er alleine vor und erfreut sich einer beeindruckenden Verhaftungsstatistik im wohl kriminellsten Viertel Tokios. Er nähert sich stets lautlos und unauffällig und schnappt dann zu! Wie ein Hai eben! Sein einziger Seelenhalt, aber zugleich auch Schwachpunkt, ist seine Geliebte, die Rocksängerin Sho. Selbstverständlich aber würde wohl jeder Mann einen so süßen Schwachpunkt gerne in Kauf nehmen!

Lese Tipp:
"Der giftige Affe"


27: James Bond

Nicht nur Polizisten und Detektive müssen sich mit allerlei Bösewichten herumschlagen. Da gibt es unter anderem auch noch den britischen Geheimdienst namens MI-6, dessen Elite die "00"-Agenten bilden, eine Schar von Tausendsasas mit der Lizenz zum Töten, deren Gegner hauptsächlich internationale Terroristen und Größenwahnsinnige sind. Und der bekannteste dieser Superagenten ist natürlich Agent 007, James Bond. Bei ihm muss immer alles vom feinsten und teuersten sein, vom Scheitel bis zur Sohle. Bei Zigaretten kommt auch nur eine Sorte in Frage und selbstverständlich gibt es nur eine wahre Art, seinen Martini zu trinken: geschüttelt, nicht gerührt! Er ist sowohl Sprachgenie als auch Sportskanone, kennt sich bestens mit technischen Spielereien aus und die schönsten Frauen verlieben sich gleich reihenweise in ihn. Er scheint wirklich ein Günstling des Himmels zu sein. Sein treuester Verbündeter ist "Q", Chef der Entwicklungsabteilung für Sonderausrüstung beim MI-6. Q's geniale Hilfsmittel und Geheimwaffen haben Bond schon mehrmals aus lebensbedrohlichen Situationen befreit. Bonds Erfinder Ian Fleming war übrigens vor seiner Karriere als Schriftsteller beim britischen Marine-Nachrichtendienst. Während dieser Zeit soll er angeblich den Codenamen "James Bond" benutzt haben...

TV Tipp: "Goldfinger"


28: Kyozuke Kamizu

In Japan gibt es ja so manchen Meisterdetektiv, aber einen Zweiten, auf den die Bezeichnung „genial“ so zutrifft wie auf Kyosuke Kamizu, gibt es ganz gewiss nicht. Noch als Oberschüler bekommt er für eine mathematische Abhandlung einen ausländischen Doktortitel verliehen und mit 19 Jahren spricht er sechs Sprachen fließen. An der Universität studiert er Gerichtsmedizin und wer ihn kennt, der kennt auch seinen Spitznamen: „der Einmalige“. Auch bei seinen Ermittlungen spielt er sein Genie voll und ganz aus. Manchmal genügt es ihm nur, dass ihm sein Kumpel Kenzo Matsushita die Einzelheiten eines Falls schildert, um den tatsächlichen Sachverhalt zu durchschauen! Er ist hoch gewachsen und drahtig schlank, hat eine breite Stirn und durchdringende Augen. Zudem kleidet er sich sehr elegant und spielt Klavier wie ein Profi. Kein Wunder also, dass ihm überall die Frauenherzen nur so zufliegen, allerdings meidet er selbst eher den Umgang mit Frauen. Auch von Alkohol und Zigaretten hält er sich fern und führt somit ein lasterfreies Leben. Übrigens, der Autor Akimitsu Takagi, der die Figur Kyosuke Kamizu erdacht hat, kam ursprünglich nur zum Schreiben, weil ihm ein Wahrsager dazu geraten hatte. Und gleich sein Debütroman war ein einschlagender Erfolg. Den Wahrsager würde ich mal gerne aufsuchen, damit er mir sagt, wer dieses Jahr die Baseball-Meisterschaft gewinnt!

Lese Tipp: „Warum müssen die Puppen sterben“


29: Charlie Chan

Bei einem Meisterdetektiv schwingt auch oft das Image des gottverlassenen, einsamen Haudegens mit, doch diesmal wollen wir uns Inspektor Charlie Chan widmen, erdacht von Earl Derr Biggers, der mit seinen elf Kindern so ziemlich das genaue Gegenteil des oben beschriebenen Archetypen ist. Er ist der leitende Inspektor der Kriminalpolizei von Hawaii und Honolulu. Er lebt zusammen mit seiner geliebten Frau und all seinen Kindern bis auf seine älteste Tochter, die im Ausland studiert. Er ist nicht besonders groß und neigt zur Dickleibigkeit. Er ist von äußerst bescheidenem Charakter und liebt es, bei passender Gelegenheit das eine oder andere chinesische Sprichwort fallen zu lassen. Auf den ersten Blick mag man ihn vielleicht als etwas wunderlichen Mann mittleren Alters abtun, aber seinem Schlafzimmerblick entgeht kein noch so kleines Detail und mit Geduld und Ausdauer überführt er letztendlich jedem Verbrecher. Seinen Spitznamen „Der Weise aus dem fernen Osten“ trägt er wahrlich zu Recht! Und sein Motto „Hochmut kommt vor dem Fall“ nimmt er sich stets zu Herzen. Ihn wünschte manchmal wirklich, unser Kogoro würde sich ein Beispiel an Chans Besonnen- und Bescheidenheit nehmen...

Lese Tipp: „Charlie Chan macht weiter“


30: John Thorndyke

Wissenschaftliche Aspekte spielen bei kriminologischen Ermittlungen eine entscheidende Rolle und ein Mann kann ohne Übertreibung als der Stammvater der wissenschaftlichen Kriminologie bezeichnet werden. Die Rede ist von keinem geringeren als Dr. John Thorndyke!
Seinen Doktortitel hat er in der Gerichtsmedizin gemacht und ist eine anerkannte Autorität auf seinem Gebiet. Des weiteren ist er qualifizierter Rechtsanwalt und zusammen mit seinem Diener Polton und Dr. Jervis, einem befreundeten Mediziner, scheut er keinen Kriminalfall!
Sein Credo bei jeder kriminologischen Untersuchung ist, kein auch noch so kleines Detail zu übersehen, so viele Daten wie möglich zu sammeln und diese nach den Regeln der Medizin und Naturwissenschaft zu analysieren, bis der Fall gelöst ist. Er trägt stets ein mit grünem Stoff überzogenes Etui bei sich, in dem sich so nützliche Dinge wie ein Mikroskop oder Utensilien zur Abnahme von Fingerabdrücken befindet, ein regelrechtes kleines kriminologisches Labor also. John Thorndykes Autor ist Austin Freeman und er ist auch der Begründer jenes beliebten Kriminalromanstils, bei dem zuerst das Verbrechen in allen Details geschildert wird und es im Fortlauf der Geschichte darum geht, wie es dem Detektiv gelingt, die Schuld des Täters zu beweisen und diesen zu überführen. Ein Stil, wie man ihn z. B. von Columbo oder Furuhata kennt. Freemans Werke waren also eine große Inspiration für das Genre.

Lese Tipp: „The singing Bone“


31: Kinshiro Toyama


Seine wahre Identität geheim zu halten zählt zwar zum Handwerk eines jeden Detektivs, aber nur einem wahren Meister gelingt es, für einen gewöhnlichen Tunichtgut und Tagelöhner gehalten zu werden, obwohl er in Wirklichkeit der Leiter der Justizbehörde ist. Es handelt sich dabei um keinen Geringeren als Kinshiro Toyama, den berühmten und eleganten Stadtmagistrat von Edo! Als Sohn der angesehenen Toyama-Familie geboren, genießt er eine Jugend voll Ausschweifungen, was sich in seinen ganzen Tätowierungen widerspiegelt. Als ihm allerdings die Position des Familienoberhaupts zufällt, besinnt er sich eines Besseren und erlebt einen raschen Aufstieg bis hin zum Stadtmagistrat. Man nennt ihn sogar den besten Stadtmagistrat seit Tadasuke Ooka. Seine Verbindungen aus wilderen Tagen kommen ihm bei seinen Ermittlungen nun höchst gelegen und oft treibt er sich in Verkleidung in irgendwelchen Kaschemmen herum, um Hinweise und Beweise zu sammeln. Und auf dem Richterstuhl dann passiert es nicht selten, dass er seine Schulter entblößt und dem Angeklagten entgegenruft, ob er denn diese Kirschblüten-Tätowierung vergessen habe! Da bleibt jedem Ganoven nur noch übrig, mit einem Geständnis reinen Tisch zu machen! Übrigens, es ist zwar belegt, dass es Kinshiro Toyama tatsächlich gab und er ein Magistrat war, seine wilde Vergangenheit und seine Tätowierungen sind allerdings nicht historisch belegt.

Lese Tipp: „Erinnerungen der Kinshiro Toyama“


32: Mike Hammer

Seine bevorzugte Zigarettenmarke ist Lucky Strike, sein Lieblingsdrink Bourbon & Soda. Und dennoch, die Frauen stehen auf ihn! Mike Hammer ist wohl genau die Sorte hartgesottener Bursche, die ankommt und sein Erfinder Micky Spillane kann sich brüsten, den idealen tough Guy-Detektiv kreiert zu haben. Seine Privatdetektei hat Hammer mitten in New York und er ist ein notorischer Einzelgänger. Er ist eher ein Mann der Tat als ein Mann der Theorie und liebt es, großspurig aufzutreten und zu verkünden, er sei das Gesetz. Mit seinem klapprigen Wagen tingelt er von Tatort zu Tatort und wenn es darum geht, an Beweise zu gelangen, schreckt er auch vor Gewalt und illegalen Methoden nicht zurück. Den einen oder anderen Bösewicht pumpt er auch schon mal mit Blei voll – und das ohne mit der Wimper zu zucken! Sein bester Kumpel ist übrigens seine glamouröse Sekretärin Velda, die Beine bis zum Mond hat und auf den ersten Blick eher an die Welt der Laufstege zu gehören scheint. Sie trägt stets eine Waffe bei sich und scheut auch gefährliche Ermittlungsarbeit nicht, was sie zur idealen Assistentin macht. Außerdem hat sie ein Faible für Hammer, das sogar so weit geht, dass sie nichts dagegen hätte, wenn er um ihre Hand anhalten würde! Hammer allerdings scheint daran nur wenig Interesse zu haben...
Irgendwie zu beneiden ist er ja schon ...!

Lese Tipp: „Ich, der Richter!“


33: Philo Vance

Sicherlich gibt es nicht wenige Detektive, die wegen ihres brillanten Verstandes bisweilen schon mal betont arrogant oder zynisch auftreten und die mag auch ein legitimes Charakteristikum eines Meisterdetektivs sein. Philo Vance aber ist zweifelsohne ein Paradebeispiel dieses Schlags. Er ist groß gewachsen und von kräftiger Statur und seine Gesichtszüge sind von nordeuropäischer Grazie. Mit seinen 34 Jahren ist er immer noch ledig, hat viele Interessen und ist sehr gelehrt. Von seiner Tante hat er reich geerbt, so dass er Zeit seines Lebens nie wird arbeiten müssen, und führt in einem Luxusapartment in New York ein beneidenswertes Leben. Bei seinen Fällen verlässt er sich viel lieber auf eine Analyse der Psyche der Tatverdächtigen als auf handfeste Beweise. Größte Freude bereitet es ihm, sich über die Ermittlungen seines Freundes, Staatsanwalt Markham, und dessen Leute lustig zu machen und dann alle mit der vermeintlich simplen Lösung eines Falles zu verblüffen. Philo Vances geistiger Vater, der Schriftsteller Van Dine, ist übrigens auch als Verfechter der „20 Gesetze eines Kriminalromans“ bekannt. Das dritte von diesen Gesetzen besagt, dass Liebe nur hinderlich für einen Kriminologen und daher unnötig ist. Das mag natürlich sein, klingt in meinen Ohren aber doch ein wenig hart...

Lese Tipp: „Der Mordfall Bischof“


34: Shigeru Hiiragi

Bestimmt gibt es viele unter den Lesern, die mit dem obigen Namen nichts verbinden können. Lasse ich jetzt aber seinen Spitznamen „Radieschen-Staatsanwalt“ fallen, fällt der Groschen bestimmt! Hiiragi hat einen langen, beschwerlichen Karriereweg hinter sich: Angefangen hat er als Assistent in der Kanzlei des Staatsanwalts, stieg dann zum Vize-Staatsanwalt auf und wurde schließlich mit über 50 Jahren zum Staatsanwalt ernannt. Seine schlaksige Figur, seine grau melierten borstigen Haare sowie sein starker Nagoya-Akzent sind unverwechselbare Markenzeichen, und seit ihm einmal vor Gericht eine Dose mit Radieschen heruntergefallen ist und diese durch den ganzen Gerichtssaal gekullert sind, her er seinen Spitznamen weg. Da er Staatsanwalt in der Provinz ist, muss er alles selber machen, von der Tatortinspektion über Verhöre, bis zur Anklage und zum Prozess. Das hat dazu geführt, dass er inzwischen jeden Fall von A bis Z sofort durchschauen kann, und wenn er seine unglaubliche Lebenserfahrung in die Waagschale wirft, bleibt kein Geheimnis vor ihm verborgen. Der Autor hinter Hiiragi, Shunso Waku, ist übrigens extra Rechtsanwalt geworden, um Kriminalromane schreiben zu können. Und ich? Ich schreibe zwar fleißig meine Kriminal-Mangas, aber von Vorbildung nicht die Spur... Aber besser, ich hänge das nicht an die große Glocke!

Lese Tipp: „Verdächtige straft man“


35: Drury Lane

Unter den Meisterdetektiven dieser Welt gibt es auch jene Sorte, die mit ihren meisterhaften Verkleidungen für Furore sorgt, und Drury Lane ist einer der ganz Großen auf dem Gebiet!
Ursprünglich war er ein berühmter Schauspieler an einem Shakespear-Theater, hängte seine Bühnenkarriere aber irgendwann an den Nagel und führt jetzt ein beschauliches und zufriedenes Leben. Seine angeborene Neugier aber treibt ihn dazu, seine Nase immer wieder in die kniffligsten Kriminalfälle zu stecken. Als ehemaliger Theaterschauspieler ist das Verkleiden natürlich eine seiner leichtesten Übungen. Mithilfe der Make-up-Künste seines Assistenten Quacey schlüpft er überzeugend in die Rollen befreundeter Kommissare oder der Opfer und sammelt in dieser Verkleidung so viele Informationen und Indizien, wie er kann. Diese wertet er dann nach mathematischen Gesichtpunkten und mit messerscharfer Logik aus, was ihn meist unweigerlich zur Lösung des Falles führt. Da er einen leichten Gehörschaden hat, schließt er oft die Augen, wenn er konzentriert seinen Gedanken nachgehen will. Erdacht wurde er vom Autor Barnaby Ross. Eigentlich handelt es sich dabei um ein Pseudonym des Autoren-Teams hinter Ellery Queen, doch bei der Erstveröffentlichung war die Scharade so perfekt, dass selbst die Leser getäuscht wurden! Nun, auch ich hatte vor Conan schon einen Mini-Detektiv am Start, insofern... Was denn? Das wusstet ihr schon lange?!

Lese Tipp: „Die Tragödie von York“


36: Catherine Turner

Sollte jemals ein „Miss Lady-Detective Contest“ abgehalten werden, dann würde Catherine Turner, erdacht von Misa Yamamura, mit Sicherheit auch ganz weit oben auf dem Treppchen landen! Ihr Vater ist ehemaliger Vizepräsident der USA und Multimillionär. Catherine ist blond und blauäugig und so schön, dass sie sogar zur „Miss Campus“ ihrer Universität gewählt wurde. Sie hat großes Interesse an der traditionellen Kultur Japans und arbeitet als Journalistin für eine Mode-Zeitschrift in Kyoto. Doch ihre angeborene Neugier lässt sie schon mal ihre Nase in den einen oder anderen Fall stecken und sie ist als Hobby-Detektivin kein unbeschriebenes Blatt. Ihre großen Stärken sind ihre amerikanische Offenheit und ihr Tatendrang sowie eine flexible, unkonventionelle Denkweise. Außerdem war es ihr schon mehrere Male von Nutzen, beide Kulturen, die amerikanische sowie die japanische, sehr gut zu kennen, mitsamt deren Unterschieden. Ihr Partner und Vertrauter ist ein Mann namens Ichiro Hamaguchi. Bei ihrer ersten Einreise nach Japan war er als Neffe des Außenministers damit betraut, ihr das Einleben zu erleichtern, und seitdem sind die beiden ein Paar. Sie sind zwar ein Herz und eine Seele, aber da Catherine nicht die Finger vom Hobby-Schnüffeln lassen kann, steht eine Heirat noch in den Sternen...

Lese Tipp: „Der Blumensarg“


37: Henry Jackson

Einmal im Monat trifft sich im New Yorker Restaurant Milano der „Black Widowers“-Klub. Bei diesen Treffen kamen ein Anwalt, ein Schriftsteller, ein Chemiker, ein Maler, ein Mathematiker und ein Code-Dechiffrierungs-Experten sowie ein wechselnder Gast zusammen und versuchen sich im kriminologischen Wettstreit an einem Mysterium, das den Gast betrifft. Und die graue Eminenz dieser außergewöhnlichen Runde ist der ältere Kellner Henry Jackson! Erdacht hat diesen Meisterdetektiv der Schriftsteller Isaac Asimov und trotz seines fortgeschrittenen Alters von über 60 Jahren hat Jackson keine einzige Falte im Gesicht. Er wirkt stets äußerst selbstbeherrscht und serviert die Speisen zackig und elegant, fast wie ein Roboter. Und selbst Rätsel, die die versammelten Klubmitglieder nicht zu lösen im Stande sind, hat er im Nu durchschaut, was die elitäre Runde jedes Mal aufs Neue in großes Erstaunen versetzt! Auch ich würde gerne mal an dieser Runde teilnehmen und mir von Jackson das Rätsel um meine in letzter Zeit immer fülliger werdenden Hüften lösen lassen...

Lese Tipp: „Das habgierige Kichern“


38: Denshichi

Mit seinem typischen Ausspruch „Jahaha, wunderbar!“ und der zweifingrigen Pose feiert der Meisterdetektiv von Edo, Denshichi, die Auflösung eines jeden seiner kniffligen Fälle. Zusammen mit seiner Frau Oshun lebt er im Viertel Shitayakuromon und verdingt sich als polizeilicher Laufbursche. Manchmal werden ihm Informationen von seinen Mitarbeitern zugetragen und manchmal bekommt er von seinem Vorgesetzten, Kommissar Saemon Toyama vom Kitamachi-Viertel, einen direkten Befehl, jedenfalls verschlägt es ihn immer irgendwie in die abenteuerlichsten Fälle und es dauert nicht lange, bis er die Wahrheit hinter der scheinbaren Wahrheit gefunden hat! Denshichi ist zwar ein sehr freundlicher Zeitgenosse, mit Verbrechern verfährt er aber gnadenlos. Mit seiner Bola bringt er jeden Täter zu Fall und wenn er ihnen anschließend sein Polizei-Kurzschwert mit seinem lilafarbenen Zierbüschel hinten am Griff an die Brust hält, heißt es für diese nur noch: Farbe bekennen! Nur Denshichi hat so ein prunkvolles Kurzschwert, und das auf Sondergenehmigung! Als Autor wird gemeinhin übrigens Tatsuro Jinde angegeben, in Wirklichkeit aber entstanden die Geschichten durch literarische Wettstreite im so genannten Torimono-Tantei-Klub. Ach ja, gäbe es auch um Conan solch einen Klub, dann könnte ich mich schön entspannt zurücklehnen...

Lese Tipp: „Yashabotan – Dämonische Strauchpfingstrosen“


39: Lew Archer

Man darf bloß nicht den Eindruck gewinnen, ein Detektiv würde sich die ganze Zeit mit haarsträubenden Mordfällen herumschlagen. Seitensprünge, Personenbeschattungen, Vermisste und natürlich hauptsächlich Scheidungen, wie Archer selbstironisch immer sagt, sind das Metier dieses knallharten Detektivs. Wohnhaft ist Lew Archer in Kalifornien. Er misst stolze 1 Meter 88, bringt 85 Kilo auf die Waage und ist ledig. Allerdings hat er selbst schon eine Scheidung hinter sich. Er nimmt sich gerne selbst auf die Schippe und sagt cool von sich, wenn er lache, habe er den Charme eines Kojoten. Dabei ist er eigentlich ein sehr attraktiver Mann. Ursprünglich war er Polizist, doch die charakterliche Verdorbenheit seiner Kollegen und die Korruption widerten ihn an und er nahm seinen Hut. Und während des Krieges arbeitete er beim Geheimdienst. Wenn es um Ermittlungen in einem Fall geht, dann ist seine oberste Prämisse nicht, die Sache so schnell wie möglich auf Biegen und Brechen aufzuklären. Vielmehr beobachtet er alle Beteiligten ausgiebig und zieht dann seine Schlüsse. Er gerät so lange mit den Verdächtigen aneinander, bis er zum Kern der Wahrheit vorgedrungen ist. Das bringt ihn das eine oder andere Mal zwar in lebensbedrohliche Situationen, die allerdings meistert er stets mit seiner angeborenen Härte und manchmal auch mit seiner Pistole. Erdacht hat seine Figur der Schriftsteller Ross Mac Donald. Dieser ist übrigens mit der ebenfalls sehr bekannten Mystery-Autorin Margaret Millar verheiratet.

Lese Tipp: „Das wandernde Ziel“


40: Kiyoshi Mitasai

Unter den bekannten Meisterdetektiven gibt es ja den einen oder anderen Exzentriker und Sonderling, doch Kiyoshi Mitarai zählt sicherlich mit den illustersten Gestalten. Er ist Astrologe und hat sein Büro in Yokohama. Mit seiner hochgewachsenen und schlanken Erscheinung ist er sicherlich ein Frauenschwarm, wäre da nicht sein manisch-depressiver Charakter. Er ist weiß Gott nicht gesellig, ein ziemlicher Zyniker und kann sich zwar prima die Geburtstage aller möglichen Leute merken, nicht aber deren Namen. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er außer seinem Assistenten Ishioka keine Freunde hat. Auf dem Gebiet der Astronomie ist er erwartungsgemäß sehr bewandert, aber auch die Mathematik und Psychologie sind seine Fachgebiete und er hat auch ein paar Semester in Harvard studiert und spricht fließend Englisch Seine Fälle löst er nach immer gleichem Schema: Er prägt sich alle erdenklichen Daten eines Falls ein und redet danach mit kaum mehr jemandem, ja vergisst sogar das Schlafen die Nahrungsaufnahme, so vertieft ist er in sein Grübeln auf der Suche nach der Wahrheit. Dass er dadurch natürlich von seiner Umwelt immer mehr als Sonderling angesehen wird, liegt auf der Hand. Nun ja, es heißt, sein gedanklicher Vater und Autor Soji Shimada habe in jungen Jahren auch als Astrologe sein Geld verdient... Ich hingegen habe mich höchstens mal mit Tierhoroskopen eine Weile beschäftigt und bin völlig unbeholfen auf dem Gebiet!

Lese Tipp: „Die Astrologie-Morde“


41: „The old man in the corner“

Im Stadtteil Norfolk in London gibt es ein kleines Café und in dessen hinterer Ecke sitzt immer ein geheimnisvoller älterer Mann. Und genau er ist es, den man als Pionier der so genannten Hobbydetektive bezeichnet! Seine Erscheinung ist hager, die paar übrigen Haare auf seinem Kopf sind glatt gekämmt, hinter seinen eckigen Brillengläsern funkeln wasserblaue Augen hervor und man sieht ihn stets hoch konzentriert irgendwelche komplizierten Knoten in ein Stück Schnur machen und wieder lösen. Kaum zu glauben, dass ein solcher Mann die schwierigsten Kriminalfälle löst, die die Welt in Atem halten! Man könnte ja meinen, er würde den ganzen Tag über in dem Café sitzen, doch er ist aktiver, als es den Anschein hat. Ohne dass man es mitbekommt, verschwindet er plötzlich und streift durch die Straßen, geht im Gerichtsgebäude ein und aus, sammelt emsig Informationen und präsentiert schließlich an seinem Stammtisch in seinem Stammcafé seiner einzigen Gesprächspartnerin, Polly, einer Zeitungsjournalistin, seine Schlussfolgerungen und die Lösung des Falls! Die Erfinderin dieses namenlosen Meisterdetektivs, über dessen Identität und Leben auch sonst kaum etwas zur Sprache kommt, ist Baroness Orczy. Wäre Yukiko, die sich nicht selten gerne als „Baronin der Nacht“ und Meisterdetektivin ausgibt, auch nur annährend so gewitzt und gerissen wie die gute Baroness Orczy, dann bräuchte sie die Unterstützung von Conan und Yusaku gewiss nicht, aber Baronin ist eben nicht gleich Baronin...

Lese Tipp: „The old man in der corner: Seine gesammelten Fälle“


42: Joseph Rouletabille

Heute möchte ich euch den Jungdetektiven Josef Rouletabille vorstellen, erdacht von keinem geringeren als Gaston Leroux, dem Autor des weltberühmten Werkes „Das Phantom der Oper“! Rouletabille arbeitet bei der Abendzeitung „Epoque“ als Reporter und sein eigentlicher Name ist Joseph Josephine, aber da er einen so großen runden Kopf hat, nennen ihn alle Rouletabille. Er ist ein sehr fröhlicher Geselle, kann aber auch bierernst sein, und wenn er aufgeregt ist, läuft sein Gesicht so rot an wie eine reife Tomate. Er ist zwar mit 18 Jahren noch blutjung, hat aber schon etliche knifflige Fälle gelöst und durchaus eine gewisse Prominenz erlangt, was auch zu gestiegenen Absatzzahlen der „Epoque“ beigetragen hat. Seine messerscharte Logik ist sein einziges aber mächtiges Mittel im Kampf gegen das Verbrechen. Erfahrung und Allgemeinwissen helfen ihm, etwaige Zweideutigkeiten eindeutig aufzufassen, so dass er auf keinen Trick hereinfällt. So kann er das Bild von der Wahrheit, dass er stets im Kopf hat, auch zu Ende verfolgen und den Fall lösen. Allerdings lässt er bis zum Finale nie durchblicken, was wirklich hinter dem Fall steckt und spricht die Dinge nicht klar aus. Das treibt seinen Freund, den Rechtsanwalt Sinclair, und seine Bekannten immer an den Rand des Wahnsinns. Ein Jungdetektiv, der die Katze bis zum Schluss nicht aus dem Sack lässt... Na wenn uns das mal nicht an den kleinen Conan erinnert! Ist Joseph vielleicht eine Art Seelenverwandter?

Lese Tipp: „Das Geheimnis des gelben Zimmers“


43: Hanshichi

Viele große Meisterdetektive bevölkern die Romane über Edo, das alte Tokio, aber der unerreichte Urvater aller ist zweifelsohne der legendäre Hanshichi! Sein dunkler Teint, seine spitze lange Nase und seine ovale Gesichtsform prägen sich jedem sofort ein. Er ist gertenschlank, trägt stets einen gestreiften Kimono und darüber noch einen gestreiften Haori (japanischer Überzieher). Er ist in Edo geboren und besticht durch seine natürliche Art. Als Sohn eines Händlers zur Welt gekommen, reißt er irgendwann von zu Hause aus und verdient sich mit 19 Jahren seine ersten Sporen als Detektiv. Bis er sich mit 45 Jahren zurückzieht, hat er unzählige große Kriminalfälle erfolgreich gelöst. Seine stärkste Waffe ist seine unglaubliche Kombinationsgabe. Er kann mühelos scheinbar völlig zusammenhangslose Sachverhalte zusammenführen, Gemeinsamkeiten aufdecken und schließlich die Wahrheit finden! Und hat er erst mal des Rätsels Lösung gefunden, weiß er stets den Täter mit Eloquenz und Rhetorik in die Enge zu treiben! Sein Erfinder, Kido Okamoto, soll übrigens von Sherlock Holmes inspiriert worden sein, weswegen man Hanshichi nicht zu Unrecht auch den „Holmes von Edo“ nennt. So gesehen müsste ich Conan also auch noch per Zeitreise in die Edo-Zeit verfrachten, um allem Inspirationen gerecht zu werden... Aber das wäre eindeutig zu viel des Guten!

Lese Tipp: „Die Steinlaterne“


44: Koichiro Munesue

Nicht alle Meisterdetektive sind zwangsläufig Super-Intellektuelle, die für das Gute streiten und von Neugier und übereifrigem Wissensdurst beseelt sind. Es gibt auch knallharte Polizisten wie Koichiro Munesue, die von tiefen und dunklen Rachegelüsten angetrieben werden! Er ist um die 30 Jahre alt und arbeitet im Kojimachi-Revier, später beim ersten Kriminal-Dezernat des Polizeipräsidiums. Er war noch zu klein, um sich daran zu erinnern, wie seine Mutter sie verließ, und ein paar Jahre später musste er mit ansehen, wie sein Vater vor seinen Augen getötet wurde. Aufgrund dieser traumatischen Erfahrungen hegt er ein tiefes Misstrauen gegenüber der Gesellschaft. Doch hierin liegt auch die Motivation verborgen, die ihn den Beruf des Polizisten ergreifen ließ: Seinen ganzen Groll und Hass kann er auf die Verbrecher projizieren, die er dingfest macht! Und das ist auch der Grund, warum er sich in seine Fälle fast schon krankhaft hineinsteigert und sie sehr persönlich nimmt. Jede Spur wird mit größtem Eifer verfolgt und jedem ungeklärten Detail wird auf den Grund gegangen. Wie gut, dass ihm sein routinierter Partner und Polizei-Veteran Yokowatari zur Seite steht, denn würde niemand Munesue im Zaum halten und ab und an zurückpfeifen, würde er der Diskussion um Polizeigewalt gewiss neue Dimensionen geben. Zwar trennen die beiden viele Lebensjahre und auch ihre Meinungen sind oft sehr unterschiedlich, aber zusammen sind sie dennoch ein unschlagbares Duo! Sein geistiger Vater, der Autor Seiichi Morimura, hat übrigens in jungen Jahren in einem renommierten Hotel gearbeitet, weswegen auch viele seiner Geschichten in Hotels spielen. Seine Freundschaft zu dort nächtigenden berühmten Autoren hat sich für seine spätere Karriere als Schriftsteller auch sehr bezahlt gemacht, konnte er doch viel von ihnen lernen. Wenn ich mal in einem Hotel bin, schaue ich mir nicht die anderen Gäste an, sondern als erstes die Speisekarte des Restaurants! Das ist dann natürlich weit weniger fortbildend...

Video Tipp: „Ningen no Shoumei – Tod im Fahrstuhl”


45: Eitaro Imanishi

Ein Meisterdetektiv muss nicht immer ein Genie sein, dem die Schlussfolgerungen wie göttliche Weisungen zufliegen. Eitaro Imanishi ist zwar gewiss nicht auf den Kopf gefallen, eher aber sind es seine Hartnäckigkeit, sein Fleiß und rohe Ausdauer, die den Polizeiveteranen die meisten Fälle lösen lassen. Er ist 45 Jahre alt, gehört dem ersten Kriminaldezernat an, lebt mit seiner Familie in einem kleinen Haus und sein Leibgericht ist Reis mit Miso-Paste. Seine Feierabende verbringt er am liebsten bei einem gemütlichen Abendschoppen mit Knabberzeug und sein Hobby sind Haiku-Gedichte. Klingt nach einen absoluten Durchschnittsbürger, doch ist er an einem Fall dran, dann wird er zum Vollblut-Ermittler. Zusammen mit seinem jungen Partner Yoshimura befragt er alle Verdächtigen immer und immer wieder, geht jedem noch so kleinen Anhaltspunkt nach und bereist auch schon mal ganz Japan, wenn eine Spur es erfordert... manchmal auch auf eigene Kosten und Gefahr! Seine Beharrlichkeit ist dabei seine stärkste Waffe. Er lässt nicht eher locker, bis er den Täter geschnappt hat - und das hat er bisher noch jedes Mal. Erdacht wurde er vom Autor Seichou Matsumoto , dem man den Verdienst zuschreibt, den japanischen Detektivroman endlich zu waschechten Kriminialromanen gemacht zu haben. Ich für meinen Teil habe "Detektiv Conan" wohl im Laufe der Zeit zu einem "Frechdachs-Love-Comedy-Detektiv-Manga" gemacht, ob das allerdings ein Verdienst ist...?!

Lese Tipp: "Suna no Utsuwa - Das Sandgefäß"


46: Gideon Fell


Wenn es um Mordfälle an hermetisch abgeriegelten Tatorten, sprich: um eigentlich theoretisch unmögliche Morde, geht, dann ist Dr. Gideon Fell genau der richtige Mann! Erdacht wurde dieser Meisterdetektiv con John Dickson Carr, dem Genre-Spezialisten für eigentlich unmögliche Mordfälle. Er ist Doktor der Philosophie und Rechtswissenschaften und Berater von Scottland Yard. Seinen diversen Titeln steht aber sind etwas grotesk anmutendes Erscheinungsbild gegenüber: Seinen stämmigen Körper mit seinen 130 Kilo hüllt er stets in einen weiten Mantel und sein Mondgesicht wird von einem üppigen Räuberbart geziert. Wenn er immer völlig außer Atem und mit schweren Schritten am Tatort flaniert, tut man sich schwer, ihn als Meisterdetektiv ernst zu nehmen, aber seinen müde wirkenden Augen hinter den dicken Brillengläsern entgeht kein noch so kleines Detail. Sein Spezialgebiet sind natürlich Morde in verschlossenen Räumen. Egal wie unmöglich eine Tat erscheinen mag, mit der Logik als seiner schärfsten Waffe triumphieren am Schluss immer er und die Wahrheit. Außerdem werden seine Abhandlungen über Morde in verschlossenen Räumen in höchstem Maße geschätzt. Ich könnte auch bald Abhandlungen zu den zig Morden in "Conan" schreiben, aber Tote sollte man bekanntlich ruhen lassen!

Lese Tipp: "Der verschlossene Raum"


47: Yuichiro Goda

Polizist ist ein harter und einsamer Beruf. Und diesmal soll hier ein Polizist vorgestellt werden, der diesem Klischee nicht nur ganz und gar treu bleibt, sondern ein Paradebeispiel für einen harten Cop ist! Kommissar Yuichiro Goda stammt aus Osaka und arbeitet gegenwärtig bei der internationalen Fahndungsabteilung des Polizeipräsidiums. Er ist Mitte 30 und ledig, allerdings bereits einmal geschieden. Er ist groß gewachsen, hat kurze Haare und ein schmales Gesicht, was ihm ein sehr jugendliches Äußeres verleiht. Er gilt als kompromissloser Perfektionist und ziemlich unterkühlt und ist nicht gerade der freundlichste Zeitgenosse. Seine stärkste Waffe im Kampf gegen das Verbrechen ist seine beispiellose Geduld und Beharrlichkeit. Er bei0t sich in einem Fall fest und jagt der Wahrheit hinterher - seine vom Klettern gestählten Muskeln lassen keine Ermüdungserscheinungen zu, wovon seine abgetragenen weißen Tennisschuhe künden. Der Einzige, den er wirklich duldet, ist Staatsanwalt Yusuke Kano, mit dem er zusammen auf der Schule war. Dieser ist zwar sein Ex-Schwager, was es manchmal nicht einfach macht, an ihrer tiefen Freundschaft ändert das aber nichts. Die Autorin, Kaoru Takamura, soll übrigens als Kind Schwierigkeiten mit dem Schreiben gehabt haben und daher ein absoluter Aufsatzhasser gewesen sein, doch als Erwachsene dann war sie fasziniert von Computern und begann mit dem Schreiben von Romanen. Ich, der schon Ewigkeiten braucht, um eine simple SMS zu tippen, komme offensichtlich aus einer ganz anderen Ecke als sie!

Lese Tipp: "Makusu no yama" - auch verfilmt, US-Titel "Marks"


48: Ukyo Sugishita

Der von Drehbuchautor Yasuhiro Koshimizu erdachte Inspektor Ukyo Sugishita ist so eine große intellektuelle Kapazität, dass er nicht selten bei seinen Kollegen aneckt und Schwierigkeiten hat, sich in die Tretmühlen einer bürokratischen Organisation einzuordnen. Früher war er ein tüchtiger Polizist beim 2. Kriminaldezernat, doch sein dem von Sherlock Holmes sehr ähnlicher Charakter erwies sich bald als lästig und er wurde zur so genannten Spezialabteilung strafversetzt, wo er für diverse Sonderaufträge zuständig ist - was großartiger klingt, als es ist, denn in Wirklichkeit handelt es sich dabei eher um eine Beschäftigungstherapie für unerwünschte Polizeibeamte. Ihm selbst jedoch macht das nichts aus und er widmet sich mit Hingabe der Aufklärung seiner vertrackten Fälle. Seine stärkste Waffe gegen die Kriminalität sind natürlich sein Intellekt und seine messerscharfe Kombinationsgabe. Seine durchdringenden Augen hinter den Brillengläsern erblicken letztlich stets die Wahrheit hinter jedem Fall. Die Laufarbeit erledigt sein einziger Mitarbeiter, Polizeiwachtmeister Kaoru Kameyama, der naiv und seine Vorzüge sind seine unerschöpfliche Energie und seine rohe Kraft, aber ich muss sagen, dass er zu meinen liebsten fiktiven Ermittlern zählt!

Video Tipp: "Aibou - Partner" Staffel 2, Folge 10 "Asatsui ari - Klare Mordabsicht"


49: Steve Carella

In der Großstadt sind die Sommernächte schwül und die Winterabende kalt... Doch unabhängig von der Jahreszeit werden in den Straßen die schrecklichsten Verbrechen verübt und es ist Steve Carella vom 87. Revier, der sich ihnen stellen muss! Er ist Mitte 30, groß und muskulös. Er hat braunes Haar und braune Augen. Als Beamter des 87. Reviers muss er sich mit allerlei Verbrechen herumschlagen: Ehestreit, Diebstahl, Körperverletzung... und auch Mord. Mit Beharrlichkeit und Ausdauer befragt er Verdächtige so lange, bis er sich Schritt für Schritt der Wahrheit nähert. Dabei kann er sich immer auf die Kollegen des 87. Reviers verlassen, allen voran seinen Vorgesetzten Byrnes. Wenn die beiden sich zusammentun, stehen sie selbst dem genialsten Meisterdetektiv in nichts nach. Der Autor Ed McBain hat seine Geschichten um das 87. Revier übrigens in der fiktiven Stadt Isola angelegt, als Vorbild diente aber unverkennbar New York. Also mein Vorbild für das Baker-Viertel ist die Nachbarschaft, in der ich wohne, was aber zu Kontinuitätsproblemen führt, jedes Mal wenn ich umziehe.

Lese Tipp: "Polizisten leben gefährlich"


50: Hideo Himura

Sein Grund für die Verbrechensbekämpfung ist genauso ungewöhnlich wie gefährlich, denn der junge Wissenschaftler und Detektiv gibt zu, schon mal mit dem Gedanken gespielt zu haben, einen anderen Menschen umzubringen! Er ist 32 Jahre alt und ledig. Er unterrichtet an einer Universität in Kyoto als Assistenzprofessor, doch gelegentlich wird er auch schon mal als Experte zu einer echten Kriminaluntersuchung hinzugezogen. Am Tatort sieht man ihm den Gelehrten zwar kein bisschen an, denn er spielt stets mit seinem Krawattenknoten und murmelt irgendetwas vor sich hin, doch wenn es erst mal ernst wird, ist er voll in seinem Element. In aller Ruhe inspiziert er den Tatort und findet Details, anhand derer er schließlich mit seinem messerscharfen und analytischen Verstand der Wahrheit auf die Spur kommt. Sein bester Kumpel, der Kriminalromanautor Alice Arisugawa, hat gleichzeitig auch die Rolle des Erzählers inne. Der Name mutet zwar ein wenig albern an, aber er ist ein gestandener Mann und kennt Hideo bereits seit ihrer gemeinsamen Schulzeit. Bemerkenswert daran ist, dass es sich bei der Figur des Kumpels tatsächlich um den echten Autor handelt, er sich als unmittelbar in seinen Werken verewigt hat. Aber "Alice Arisugawa" ist natürlich ein Pseudonym! Und zwar eines, das man nicht mehr vergisst, wenn man es einmal gehört hat.

Lese Tipp: "Verriegelter Raum Nummer 46"


51: Riyako Asabuki


Heute lernen wir die junge Rechtsanwältin Riyako Asabuki kennen. Sie schnappt keine Verbrecher, sondern vertritt diese vor Gericht! Ihre riefen Gesichtszüge und langen Beine hat sie von ihren verstorbenen Vater, einem Amerikaner. Sie arbeitet in der Anwaltskanzlei Yabuhara. Ihre Klienten sind nicht selten Tatverdächtige und daher kann sie sich nicht darauf verlassen, dass man ihr auch immer die Wahrheit sagt. Ihr Motto ist aber, "nicht nur Fußballspieler und Polizisten müssen sich auf ihre Beinarbeit verlassen", und sie stellt fleißig selber Ermittlungen an. Sie lässt nicht locker, bis sie einen Fall durchschaut hat, auch wenn sie das oft in gefährliche Situationen bringt. Dabei steht ihr stets mit Rat und Tat der Kanzleichef Yunoshin Yabuhara zur Seite. Als sie sich später selbstständig macht, bleibt er weiterhin als wohlwollende Vaterfigur in ihrem Leben. Die Autorin Shizuko Natsuki soll übrigens nach der Lektüre des japanischen Gesetzeskompendiums so begeistert von der Materie gewesen sein, dass sie Kriminalschriftstellerin wurde. Ich dagegen verwende den Wälzer als Briefbeschwerer und handle mir wohl bald den Zorn von Justitia ein...

Lese Tipp: "Die zwei Wahrheiten"


52: Robert Ironside "Der Chef"

Dieses Mal möchte ich euch den knallharten Polizisten Ironside vorstellen, dessen ins Auge stechendstes Merkmal sicherlich die Tatsache ist, dass er im Rollstuhl sitzt. Robert Ironside ist ein gut aussehender und großer Mann, zudem ist er noch ledig. Er war Chefinspektor bei der Polizei von San Francisco, aber seit ihn die Kugel eines Ganoven unglücklich traf, sind seine Beine gelähmt und er ist an den Rollstuhl gefesselt. Doch sein unbeugsamer Charakter lässt ihn den Schock verwinden und er gewöhnt sich an die neuen Lebensumstände, was dazu führt, dass er im zweiten Stock des Polizeireviers eine Wohnung bezieht und sich fortan als Kopf einer Spezialeinheit mit besonders heiklen Aufträgen beschäftigt. Zur Seite stehen ihm dabei seine einzigartigen Mitarbeiter. Da wären der Polizeiveteran Ed, der junge farbige Ex-Häftling Mark und als einzige Frau im Team die schöne Eve. Die drei erledigen die Laufarbeit für den Chef und manchmal stellt er den Schwerverbrechern auch unbeirrt in seinem Rollstuhl nach. Die Fernsehserie wurde beim amerikanischen Sender NBC in den 60er und 70er Jahren produziert und auch in Japan und Deutschland ausges
trahlt. Selbst wer die Serie nicht kennt, der hat bestimmt mal die Titelmusik gehört, komponiert von Quincy Jones. Diesen Ohrwurm sollte jeder kennen!

TV Tipp: "Ein benahe tödlicher Fall"


53: Akihiko Chuzenji

Dieses Mal stellte ich euch keinen Detektiven im eigentlichen Sinne vor, sondern einen waschechten Geisteraustreiber! Sein Name ist Akihiro Chuzenji, doch da sind Buchladen auf den Namen Kyogokudo hört, wird auch er mit Spitznamen so genannt. Er hat lange Haare und trägt immer traditionelle japanische Kleidung. Seine Gesichtsfarbe ist nicht gerade gesund und er blickt stets mürrisch drein. Für gewöhnlich verbringt er seine Zeit daheim mit dem Lesen von alten Büchern, doch wenn die Pflicht ruft, zieht er sich seine mit einem okkulten Stern zur Geisteraustreibung verzierte Jacke über und schreitet zur Tat. Doch er verlässt sich nicht nur auf Okkultes, sonder arbeitet auf mit ganz weltlicher und messerscharfer Logik. "Es gibt nichts auf dieser Welt, das man nicht irgendwie erklären kann", lautet seine Analyse, wenn er dank seines ungeheuren Wissens und naturwissenschaftlichen Sachverstands die Wahrheit hinter einem vermeintlich übersinnlichen Verbrechen aufdeckt. Der Autor Natsuhiko Kyogoku ist übrigens bekannt dafür, mit seinen Büchern nicht selten die 1000-Seiten-Marke zu erreichen, weshalb man seine Werke auch liebevoll "Ziegelstein-Literatur" nennt. Nun, mancher ist sicherlich auch der Meinung, dass ein durchschnittlicher Conan-Band ziemlich viel Text hat, und die Umschläge werden ja von einem Ziegelsteinmuster geziert, letztlich sind es aber doch nur Comics... Großen Respekt vor so viel schriftstellerischem Schaffensgeist!

Lese Tipp: "Ubume no Natsu - Die 20-monatige Schwangerschaft"


54: Kiyoshi Shimada

Morde ereignen sich in einem mysteriösen Haus und der Meisterdetektiv Kiyoshi
Shimada stellt sich der Herausforderung! Er ist Ende 30, hochgewachsen und schlank, und die Augen, die unter seinem langen Haar hervorblitzen, bestechen durch ihren prägnanten Schlafzimmerblick. Auf den ersten Blick wirkt er etwas düster und in sich gekehrt, doch im Gespräch wird schnell klar, dass er hervorragende Manieren und einen gutmütigen Charakter hat. Er war früher ein passionierter Raucher, seit er aber Lungenprobleme hat, genießt er täglich nur noch eine Zigarette. Er ist außerdem ein absoluter Origami-Meister und seine stärkste Waffe ist seine ungeheuere Vorstellungskraft, die sich nicht von gängigen Konzepten einschränken lässt und gewagte Thesen von vornherein ausschließt. Zunächst mögen seine Thesen unsinnig wirken, meist aber bringen sie Licht ins Dunkel. Der Name "Kiyoshi Shimada" ergibt sich übrigens aus dem Nachnamen des Lehrmeisters von Autor Yukito Ayatsuji, Soji Shimada, und dem Vornamen der Hauptfigur aus dessen Romanen, Kiyoshi Mitarai. Das erinnert natürlich an meine Idee hinter Conan Edogawa, eine Kopplung der Namen Conan Doyle und Ranpo Edogawa. Allerdings habe ich keinen der beiden je getroffen!

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55: Detektiv bei Continental's

Knallharte Detektive gibt es viele, doch diesmal möchte ich euch einen wahren Pionier dieser Gattung vorstellen: Den namenlosen Detektiven bei der Detektei Condinental! Er ist ein Mann mittleren Alters, liebt den Alkohol und die Zigaretten und verlässt sich gern auf seine Muskelkraft. Er arbeitet bei der renommierten Detektei Continental in San Francisco, doch stellt er sich niemals mit seinem richtigen Namen vor. Er hat für alle Gelegenheiten die passender Visitenkarte mit einer falschen Identität parat. Je nach Fall schreckt er auch nicht vor Gewalt zurück. Jedes Mittel ist ihm recht, solange es der Sache dient. Der Einzige, mit dem er nicht so gut klarkommt, ist der Boss der Detektei. Dieser verlangt nämlich immer einen extra korrekten Bericht, wenn er mal wieder bei seinen Ermittlungen etwas über die Stränge geschlagen hat. Der Autor Dashiell Hammett, auf dessen Konto auch die Figur des Sam Spade geht, gilt als Begründer des sogenannten Hardboiled-Detective-Genres. Ich kann schon froh sein, wenn mir ein weiches Frühstücksei gelingt...

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56: Sashichi

Wenn es eine Wahl zum schönsten Detektiv gäbe, dann wäre er mit Sicherheit der Vertreter Japans! Die Rede ist natürlich von Sashichi, dem Meister der Verhaftungen! Sieht man sich mal die Schauspieler anmutig und schön, wird schnell klar, warum man ihm auch den Spitznamen "Sachi, das Puppengesicht" gegeben hat. Doch seinem sanften Äußeren zum Trotz macht ihm in Sachen Festnahmen in ganz Japan niemand etwas vor. Selbst die schwierigsten Fälle, die Edo in Aufruhr versetzen, löst er mit seiner angeborenen Schläue im Handumdrehen! Er hat zwei Assistenten, die ihm zur Seite stehen, Kinchaku-no-tatsu und Uranari-no-mameroku. Und dann ist da natürlich noch seine geliebte Frau Okume. Sie ist eine ehemalige Kurtisane und wunderschön, aber auch ziemlich eifersüchtig. Zudem noch gewitzt und schlagfertig, alles in allem eine perfekte Partnerin! Übrigens, der Autor der Sashichi-Reihe, die man wohl zu den drei bedeutendsten Kriminalreihen Japans zählen kann, ist Seishi Yokomizo, der auch für "Kosuke Kindaichi" bekannt ist. Zählt man alle Werke aus beiden Reihen, "Kindaichi" und "Sashichi", zusammen, bringt er es auf stolze 250 Veröffentlichungen! Als wenn er es schon unendlich viele Einfälle zu haben schien, hätte ich mir gern mal welche davon geborgt.. (Haha!)

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